Lohnt sich noch
Mit 50 zu spät für Altersvorsorge? Diese Rechnung zeigt das Gegenteil
06.11.2026 – 00:00 UhrLesedauer: 6 Min.

Fast jeder Zweite zwischen 50 und 64 glaubt, er sei zu alt, um seine Rente aufzubessern. Dabei sitzen sie jedoch einem Denkfehler auf.
Wer mit Mitte 50 auf seine Rentenunterlagen schaut, wünscht sich mitunter, er hätte zusätzlich fürs Alter vorgesorgt. Doch jetzt noch damit anfangen? Das lohnt sich doch nicht mehr, lautet dann schnell der Schluss. Tatsächlich ist diese Annahme weitverbreitet: Laut einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Finanzdienstleisters Raisin, die t-online vorab vorliegt, halten 41 Prozent der 50- bis 64-Jährigen private Vorsorge für sich für zu spät. Bei den jüngeren Altersgruppen sind es nur 13 bis 17 Prozent.
Dabei schafft die Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge ab dem 1. Januar 2027 gerade für Spätstarter neue Möglichkeiten. Mit dem Altersvorsorgedepot löst sie die Riester-Rente ab. Was ein Einstieg mit 50 noch bringt und worauf Sie achten sollten.
Viele wollen mehr tun, nur wenige fangen an
Das Thema beschäftigt die Altersgruppe durchaus. Laut der Umfrage haben 12 Prozent der 50- bis 64-Jährigen im vergangenen Jahr mehr für ihre Altersvorsorge getan. Weitere 11 Prozent hatten es sich vorgenommen, sind aber nicht aktiv geworden. Der Wille ist also da. Oft fehlt nur der Glaube, dass sich der Schritt noch lohnt.
So viel Förderung gibt es ab 50
Die neue Förderung richtet sich nach den tatsächlich eingezahlten Beiträgen:
- Für die ersten 360 Euro im Jahr gibt der Staat 50 Cent je eingezahltem Euro, also maximal 180 Euro.
- Für Einzahlungen zwischen 360,01 Euro und 1.800 Euro gibt es zusätzlich 25 Cent je Euro, also bis zu 360 Euro.
Zusammen sind das bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr. Die volle Summe erhalten Sie ab einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro jährlich, also 150 Euro im Monat.
Wie viel bis zum Rentenbeginn zusammenkommt, hängt davon ab, wann Sie die Auszahlung starten. Das ist nach derzeitiger Planung zwischen dem 65. und dem 70. Geburtstag möglich. Wer schon früher eine gesetzliche Rente oder Pension bezieht, kann voraussichtlich auch früher beginnen. Bei einem Start mit 50 und 150 Euro im Monat ergibt sich:
| Einzahlung von 50 bis … | Eigene Beiträge | Staatliche Zulagen | Summe |
|---|---|---|---|
| 65 Jahre | 27.000 Euro | 8.100 Euro | 35.100 Euro |
| 67 Jahre | 30.600 Euro | 9.180 Euro | 39.780 Euro |
| 70 Jahre | 36.000 Euro | 10.800 Euro | 46.800 Euro |
Erträge, Kosten und Steuern sind nicht berücksichtigt. Die Rechnung geht davon aus, dass die Förderregeln unverändert bleiben.
Viele kennen diese Zahlen nicht. Denn das Wissen um die neue geförderte Altersvorsorge scheint bei vielen noch nicht angekommen zu sein. Nur 16 Prozent nennen in der Civey-Umfrage die korrekte maximale Grundzulage von 540 Euro im Jahr, während 43 Prozent der Befragten die Höhe nicht einschätzen können. Fast jeder Fünfte tippt auf 175 Euro (19 Prozent), die bisherige maximale Riester-Grundzulage.
Gut zu wissen: Auch wer nur wenig zur Seite legen kann, muss nicht komplett verzichten. Der Mindestbeitrag liegt bei 120 Euro im Jahr. Gerade die ersten 360 Euro werden mit 50 Prozent besonders stark gefördert.