Personalumbau in der Union

Spahn-Nachfolge: Diese Namen werden genannt

Aktualisiert am 20.07.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 3 Min.

Jens Spahn (Archivbild): Für den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Union wird ein Nachfolger gesucht. (Quelle: IMAGO/Andreas Gora/imago)

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn soll es schnell gehen: Die Nachfolge soll bald geklärt werden. Es könnte in den nächsten Tagen aber um mehr als nur das gehen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn die Nachfolge schnell regeln und zusammen mit CSU-Chef Markus Söder schon bald einen Vorschlag machen.

Der Wechsel an der Fraktionsspitze könnte personelle Veränderungen an anderer Stelle nach sich ziehen. „Es könnte die Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“, sagte Kanzler Merz im ZDF-Sommerinterview.

Diese Namen spielen bei den Überlegungen eine Rolle:

Thorsten Frei, 52, Chef des Bundeskanzleramts (CDU)

Thorsten Frei: Der aktuelle Kanzleramtschef wird am häufigsten als möglicher Nachfolger genannt. (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Als Kandidat Nummer eins für den Posten des Fraktionschefs gilt Kanzleramtschef Thorsten Frei. Er war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz und kennt damit die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens.

Der 52-Jährige war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber doch ins Kanzleramt. Dort hat er nur schwer Fuß gefasst. Frei wird von einigen in der Union vorgeworfen, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren.

Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm würde Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze haben und könnte gleichzeitig neuen Schwung ins Kanzleramt bringen. Er könnte den Rücktritt also als Chance nutzen, nach den inhaltlichen Reformbeschlüssen auch personelle Impulse zu setzen, um die Koalition aus dem Stimmungstief zu holen.

Carsten Linnemann, 48, CDU-Generalsekretär

Carsten Linnemann hat allenfalls Außenseiterchancen. (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Als Generalsekretär führt Carsten Linnemann die Geschäfte in der CDU-Parteizentrale, konnte sich dort bisher im Schatten von Parteichef Merz aber politisch noch nicht so richtig entfalten. Die Fraktionsführung könnte für ihn eine neue Chance bedeuten. Allerdings hat ihm so mancher noch nicht verziehen, dass er nach der Bundestagswahl den Sprung ins Kabinett ablehnte, weil ihm der Zuschnitt des Wirtschaftsministeriums zu klein war. Unter dem Strich hat er allenfalls Außenseiterchancen.

Ob er selbst Wechselambitionen hat, ist nicht bekannt. Als Generalsekretär stehen ihm aber unruhige Zeiten bevor. Bei den drei Landtagswahlen im September droht die Union schlimmstenfalls zwei Ministerpräsidentenposten (in Berlin und Sachsen-Anhalt) zu verlieren, was zu größerer Unruhe in der Partei führen dürfte.

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