Zeitumstellung ohne Stimmungstief
So überlisten Sie den Winterblues
23.10.2025 – 11:47 UhrLesedauer: 4 Min.

Wenn die Uhren auf Winterzeit gestellt werden, beginnt für viele eine anstrengende Phase. Doch mit der richtigen Strategie bleibt die Laune stabil – trotz Dunkelheit und Kälte.
Schon jetzt werden die Tage immer kürzer, das Wetter grauer und kälter. Und nach der Zeitumstellung in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober wird es noch früher dunkel. Was für manche eine willkommene Gelegenheit ist, eine Stunde länger zu schlafen, bringt andere völlig aus dem Gleichgewicht. Sie fühlen sich müde und antriebslos.
Das Problem: Bei manchen Menschen beschränkt sich dieser Winterblues nicht nur auf die Tage nach der Zeitumstellung. Tatsächlich berichten über ein Drittel der Frauen und ein Viertel der Männer, dass sie in der dunklen Jahreszeit regelmäßig in ein Stimmungstief fallen. Doch das muss nicht sein. Ein Hilfsmittel kann etwa die richtige Ernährung sein, sagt die Ernährungsexpertin Veronika Albers.
Das Stimmungstief im Herbst und Winter ist keine Einbildung, sondern hat biologische Ursachen. Durch den Mangel an Sonnenlicht gerät der sogenannte zirkadianen Rhythmus, also unsere innere Uhr durcheinander. Das führt dazu, dass das Gehirn mehr des Schlafhormons Melatonin produziert, welches uns müde und antriebslos macht. Gleichzeitig schüttet es weniger Serotonin aus. Dieser auch als „Glückshormon“ bekannte Botenstoff reguliert unsere Stimmung. Die Zeitumstellung verschärft dieses Problem noch.
Albers erklärt: „Auch wenn wir nur eine Stunde an der Uhr drehen, benötigt unser Körper mehrere Tage bis zu einer Woche, um sich anzupassen. In dieser Umstellungsphase fühlen sich viele Menschen besonders erschöpft, gereizt oder niedergeschlagen.“
Hinzu kommt: Durch den Lichtmangel bildet der Körper weniger Vitamin D – ein weiterer Faktor, der Stimmung und Energie beeinflusst, so Albers. „Laut Robert Koch-Institut sind rund 15 Prozent der Erwachsenen mangelhaft mit Vitamin D versorgt, 41 Prozent zeigen eine suboptimale Versorgung. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erreichen circa 60 Prozent der Erwachsenen keine optimale Vitamin-D-Versorgung“, erklärt die Expertin. „Eine Supplementierung kann sinnvoll sein – diese sollte aber am besten nach Rücksprache mit dem Arzt und einem Bluttest erfolgen.“
Mediziner geben allerdings zu bedenken, dass es wichtig sei zu unterscheiden, ob es sich bei dem Stimmungstief um eine reine Reaktion auf das Wetter handelt oder aber eine echte Depression. Denn sie müssen unterschiedlich behandelt werden.
Im Falle einer Depression kann es sich zudem um zwei verschiedene Formen handeln: eine „klassische“ Depression oder eine saisonal abhängige Depression (SAD). Umgangssprachlich wird letztere auch Winterdepression genannt, weil sie hauptsächlich in den dunklen Jahreszeiten auftritt. Experten des Vivantes-Klinikums zufolge handelt es sich bei den meisten Depressionen im Winter um eine „klassische“ Depression. Nur ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden tatsächlich an einer saisonal abhängigen Depression. Wie sich diese und weitere Formen von Depressionen äußern und was hilft, erfahren Sie in diesem Artikel.
