Erschreckende Studie

Diese Hunde haben eine deutlich verkürzte Lebenserwartung


14.09.2026 – 12:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Bordeauxdogge: Die Hunde zählen zu den Rassen mit einer eher niedrigen Lebenserwartung. (Quelle: Carl Court)

Sehr große Hunderassen leiden deutlich häufiger an Krankheiten als der Durchschnitt. Eine große Datenauswertung zeigt: Auch ihre Lebenszeit ist spürbar kürzer.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass besonders große Hunderassen erheblich kürzer leben und häufiger an Krankheiten leiden als die allgemeine Hundepopulation. Die Ergebnisse legen nahe, dass die extreme Körpergröße dieser Tiere mit deutlichen Einbußen bei Lebensqualität und Lebensdauer verbunden ist.

Die Studie stammt aus dem VetCompass-Programm des Royal Veterinary College (RVC) in Großbritannien. Für die Untersuchung werteten die Forscher die Daten von 2,25 Millionen Hunden aus, die 2019 in tierärztlicher Behandlung waren. Darunter identifizierten sie 28.345 „Riesenhunde“, verteilt auf 29 Rassen. Zu den häufigsten zählten die Bordeauxdogge, der Alaskan Malamute und der Akita. Das mittlere Körpergewicht der ausgewachsenen Tiere lag bei 48,8 Kilogramm.

Aus dieser Gruppe untersuchten die Wissenschaftler die Krankenakten einer Stichprobe von 4.316 sehr großen Hunden genauer. Das Ergebnis: Bei 73,8 Prozent der Tiere war im Jahr 2019 mindestens eine Erkrankung dokumentiert. Zum Vergleich: In einer früheren VetCompass-Studie lag dieser Wert für Hunde aller Größen bei 65,8 Prozent.

Ohrentzündungen und Übergewicht besonders häufig

Die häufigsten Einzeldiagnosen waren Ohrentzündungen (8,16 Prozent), Übergewicht (8,02 Prozent) und Aggression (5,56 Prozent). Auf übergeordneter Ebene dominierten Hauterkrankungen (15,9 Prozent), Erkrankungen des Bewegungsapparats (13,5 Prozent) und Ohrenleiden (12,0 Prozent).

Besonders auffällig war die deutlich verkürzte Lebensspanne: Knapp ein Viertel der untersuchten Riesenhunde war bereits verstorben. Das mittlere Sterbealter lag bei 8,94 Jahren – deutlich unter dem Durchschnitt von 12 Jahren, der in früheren VetCompass-Erhebungen für die gesamte Hundepopulation in England ermittelt wurde. Weibchen lebten dabei im Schnitt etwas länger als Rüden: 9,31 Jahre gegenüber 8,49 Jahren.

Die häufigsten Todesursachen waren Tumorerkrankungen (12,4 Prozent), Kreislaufkollaps (9,46 Prozent) und Herzerkrankungen (4,12 Prozent).

Forscher fordern Grenzen für die Zucht

Die Autoren der Studie sehen in ihren Ergebnissen Anlass zur Sorge. Sie regen an, internationale Grenzwerte für Größe und Gewicht bei der Zucht festzulegen, um das Wohlergehen der Tiere zu schützen. Messbare Schwellenwerte könnten verantwortungsbewussten Züchtern helfen, ihre rechtlichen und ethischen Pflichten besser einzuschätzen.

Studienleiter Dan O’Neill, Professor für Epidemiologie am Royal Veterinary College, sagte: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kosten für Lebensdauer und Wohlbefinden dieser Hunde, die mit ihrer extremen Körpergröße zusammenhängen, erheblich sind.“ Eine Entwicklung hin zu moderateren Körpergrößen innerhalb dieser Rassen könne sowohl die Lebensqualität als auch die Lebensdauer erhöhen.

Julian Hoad, Vizepräsident der British Small Animal Veterinary Association (BSAVA), begrüßte die Forschung. Die Tierärzteschaft sei weiterhin besorgt über die gesundheitlichen Folgen extremer Körperformen und setze sich für Reformen durch Forschung, Aufklärung und evidenzbasierte Zuchtpraktiken ein.

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