Traditionen

Spanische Fiestas: Diese Feste werden Sie nie vergessen

Aktualisiert am 26.06.2026 – 07:23 UhrLesedauer: 4 Min.

Die traditionellen Stierhatz in Pamplona: Spanien bietet auch viele Feste ohne Verletzungsrisiko. (Quelle: Juan Medina/reuters)

Verrückter als die Stierhatz geht es nicht? Für einige mag das sein. Wer im Spanienurlaub aber Feste ohne Verletzungsrisiko sucht, findet hier fünf Tipps.

Die Stierhatz durch Pamplona ist legendär, die Bilder davon gehen jedes Jahr um die Welt. Beim Fest San Fermín preschen allmorgendlich sechs Kampfstiere durch die Gassen der nordspanischen Stadt und nehmen Wagemutige auf die Hörner, die nicht schnell genug vor den Kolossen davon sprinten.

Die Gesetze der Logik scheinen außer Kraft gesetzt, wenn Pamplona vom 7. bis 14. Juli im Feiermodus vibriert. Tradition ist eben Tradition, würden sie dort vermutlich sagen. Es wird gekippt bis zum Umkippen und gefeiert, bis das Rote Kreuz kommt.

Aber nicht nur in Pamplona geht es verrückt zu. Spanierinnen und Spanier scheinen generell ein Faible für wilde, bunte und skurrile Fiestas zu haben. Wir haben fünf ausgewählt, bei denen jeder und jede dabei sein kann. Nur sollte man bereit sein, das, was man sonst unter „normal“ einstufen würde, neu zu überdenken.

Stelzentanz in Anguiano

Die Männer tragen Röcke, aber keine Helme. Es sind acht Tanzteufelskerle, die keine Furcht zu kennen scheinen, wenn sie auf Buchenholzstelzen eine Kirchentreppe und eine Kopfsteinpflastergasse durch ein Spalier aus Zuschauern hinab wirbeln. Sie kreiseln um die eigene Achse und klappern beidhändig mit Kastagnetten, melodisch befeuert durch eine Kapelle.

Die Rede ist von den Stelzentänzern von Anguiano, einem Dorf in der Rioja. Dokumentiert ist der Stelzentanz (span.: Danza de los Zancos) seit dem 17. Jahrhundert, angelehnt an ein archaisches Schäferritual. Einzige Regel: „Nur nicht auf den Boden schauen“, sagt Javier, einer der Männer. „Sobald man auf den Boden schaut, liegt man unten.“ Sie haben mehrere Auftritte beim Patronatsfest um den 22. Juli herum.

Die Tomatenschlacht

Keine Frage, es ist eine gigantische, an sich unzeitgemäße Verschwendung von Nahrungsmitteln. Zehntausende Kilo Tomaten werden für die Tomatenschlacht „Tomatina“ verpulvert, die stets am letzten Mittwoch im August im Städtchen Buñol im Hinterland Valencias steigt. Der Ursprung des Festes reicht bis 1945 zurück, als bei einem Umzug ein Disput ausbrach und sich Leute mit Tomaten bewarfen.

Menschen bewerfen sich mit Tomaten: Die Tomatina in Spanien ist eine handfeste Lebensmittelschlacht. (Quelle: ap)

Die „Tomatina“ ist Spaniens einziges Megavolksfest mit Eintrittsgebühr. Das Standardticket kostet 15 Euro, das Paket mit Erinnerungsshirt und Teilnahme an der After-Party 40 Euro.

Historisches als Anlass für bunten Spaß

Wer glaubt, auf den verschiedenen Volksfesten „Mauren und Christen“ (span.: Moros y Cristianos) würden die historischen Konflikte aus dem Mittelalter authentisch nachgezeichnet werden, liegt falsch. Die Historie liefert nur den Vorwand für farbsatte Umzüge.

So wie um den Georgstag (immer am 23. April) in Alcoy unweit von Alicante und der Costa Blanca. Der heilige Georg verhalf hier 1276 den Christen zu einem Sieg über die Muslime. Es geht aber nicht um Gewinner und Verlierer, sondern um Spaß, Kostüm- und Straßenshows.

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