Experten erklären
Diese acht Faktoren entscheiden über die Herzgesundheit
29.09.2026 – 13:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Doch wer die wichtigsten Risikofaktoren kennt und gezielt handelt, kann sein Herz schützen und Lebensjahre gewinnen.
Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 340.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Ursachen sind oft vermeidbar: Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen und Übergewicht gehören zu den größten Risikofaktoren. Der Lebensstil spielt bei diesen und anderen Risikofaktoren eine entscheidende Rolle.
Zum Weltherztag am 29. September klärt die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände über die acht wichtigsten Hebel für ein gesundes Herz auf.
Die „stillen Gefäßkiller“ früh erkennen
Thomas Voigtländer, Kardiologe und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, erklärt, dass Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin und ein zu hoher Blutzucker das Herz und die Gefäße über Jahre schädigen können, ohne dass Betroffene etwas bemerken. Umso wichtiger seien regelmäßige Kontrollen dieser „stillen Gefäßkiller“ und ein herzgesunder Lebensstil.
Er empfiehlt, die Werte beim Arzt oder im Rahmen von Routineuntersuchungen regelmäßig überprüfen zu lassen. „Ob beim Haus- und Betriebsarzt oder der Routineuntersuchung beim Frauenarzt: Die Kontrolle der Blutdruck-, Blutfett- und Blutzuckerwerte legt den Grundstein der kardiovaskulären Prävention“, erklärt er.
Die acht Hebel für ein starkes Herz
Neben den medizinischen Risikofaktoren gibt es weitere Lebensstilfaktoren, die die Herzgesundheit beeinflussen. „Wer diese Hebel kennt und gezielt nutzt, kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken“, so Voigtländer.
- Blutdruck kontrollieren: Bluthochdruck ist der häufigste Risikofaktor für Herzkrankheiten, aber auch für Schäden am Gehirn, den Nieren und den Augen. Regelmäßiges Messen – entweder selbst oder in der Apotheke – hilft, erhöhte Werte frühzeitig zu erkennen.
- Cholesterinwerte im Blick behalten: Zu hohe LDL-Cholesterinwerte fördern Ablagerungen in den Arterien, die die Durchblutung verschlechtern und zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können.
- Rauchfrei leben: Rauchen schädigt die Gefäße und beschleunigt die Verkalkung (Arteriosklerose). Ein Rauchstopp senkt das Herzinfarktrisiko bereits innerhalb der ersten zwei Jahre um die Hälfte.
- Gesundes Gewicht erreichen: Übergewicht belastet Herz und Kreislauf und erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.
- Blutzucker kontrollieren: Diabetes mellitus verdoppelt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Regelmäßige Kontrollen helfen, die Werte im Griff zu behalten.
- Herzgesunde Ernährung: Eine pflanzenbetonte Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann Blutdruck, Cholesterin und Gewicht positiv beeinflussen. Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel sollten reduziert werden. Neun Tipps für eine herzgesunde Ernährung finden Sie hier.
- In Bewegung bleiben: Regelmäßige körperliche Aktivität – etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen – stärkt Herz und Kreislauf. Ergänzend hilft Krafttraining, die Muskulatur zu stärken.
- Erholsamer Schlaf: Schlafmangel und Schlafstörungen können den Blutdruck und Blutzucker negativ beeinflussen. Ausreichende Erholung ist daher essenziell für die Herzgesundheit.
Wer kann in der Apotheke seinen Blutdruck messen lassen?
Theoretisch können alle Menschen diese Dienstleistung in Anspruch nehmen. Menschen mit diagnostiziertem Bluthochdruck können ihre Blutdruckwerte sogar kostenlos in der Apotheke kontrollieren lassen. Anspruch darauf haben Versicherte einmal innerhalb von zwölf Monaten, wenn sie mindestens einen Blutdrucksenker verordnet bekommen. Bei einer Medikationsänderung verkürzt sich die Frist.
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Impfen: Der neunte Herzschutzfaktor
Neben den acht Lebensstilfaktoren spielt auch der Schutz vor Infektionskrankheiten eine wichtige Rolle. „Infektionen wie die echte Grippe können das Risiko für Herzinfarkte deutlich erhöhen“, erklärt Voigtländer.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt daher Herzpatienten und älteren Menschen Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, Corona und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Diese Impfungen schützen nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen, sondern senken auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Warum Infekte das Herz belasten – und Impfungen es schützen –, erfahren Sie in diesem Artikel.
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