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Diese 5 Stufen gelten seit März 2026

wochentlich.deBy wochentlich.de14 August 2026Keine Kommentare4 Mins Read
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Einkaufstipps

Fleischkauf: Das bedeuten die einzelnen Siegel


Aktualisiert am 14.08.2026 – 09:20 UhrLesedauer: 5 Min.

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Label auf Fleisch: Es gibt viele verschiedene Kennzeichnungen für den Fleischverkauf. (Quelle: IMAGO/Arnulf Hettrich/imago)

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Auf Fleischpackungen finden sich zahlreiche Siegel und Labels. Sie sollen über Herkunft, Tierhaltung oder Qualität informieren. Ein Überblick.

Wer Fleisch kauft, findet auf vielen Verpackungen kleine Logos oder Labels. Diese Kennzeichnungen sollen Hinweise auf Herkunft, Tierhaltung oder Produktionsstandards geben. Allerdings stehen hinter den verschiedenen Siegeln sehr unterschiedliche Kriterien. Ein genauer Blick auf die Bedeutung der einzelnen Labels kann daher beim Einkauf hilfreich sein.

Staatliches Tierhaltungskennzeichen: Verpflichtend seit März 2026

Grundlage für das neue Label ist das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz, das 2023 beschlossen wurde. Ziel der Kennzeichnung ist es, Verbrauchern mehr Transparenz darüber zu geben, unter welchen Bedingungen Tiere gehalten wurden. Zunächst gilt das Label nur für unverarbeitetes Schweinefleisch aus deutscher Produktion.

Das staatliche Kennzeichen unterscheidet fünf Haltungsformen – von „Stall“ als gesetzlichem Mindeststandard bis „Bio“. Damit soll der Einkauf leichter vergleichbar werden.

Kritik am neuen Tierhaltungskennzeichen: Hier besteht noch Verbesserungsbedarf

Kritiker bemängeln mehrere Punkte: Die Kennzeichnung bezieht sich bislang nur auf die Mastphase der Tiere und nicht auf andere Faktoren wie Aufzucht, Transport oder Schlachtung. Außerdem gilt sie zunächst nur für Schweinefleisch, während andere Tierarten erst später einbezogen werden sollen.

Auch Tierschutzorganisationen weisen darauf hin, dass das Label vor allem bestehende Haltungsformen beschreibt, ohne automatisch bessere Bedingungen für Tiere zu schaffen. Daher wird das staatliche Kennzeichen zwar als Schritt zu mehr Transparenz gesehen, aber nicht unbedingt als umfassendes Tierwohlsiegel.

Haltungsform: Die häufigste Kennzeichnung im Supermarkt

Besonders häufig findet sich auf Fleischpackungen die sogenannte Haltungsform-Kennzeichnung. Sie wurde vom Lebensmitteleinzelhandel eingeführt und soll Verbrauchern einen schnellen Überblick über die Bedingungen geben, unter denen die Tiere gehalten wurden.

Das System ist in mehrere Stufen unterteilt. Je höher die Stufe, desto strengere Anforderungen gelten in der Regel für Haltung und Platzangebot. Die Kennzeichnung entspricht der neuen staatlichen Kennzeichnung und umfasst diese fünf Stufen:

  • Stufe 1: Stall: Diese Stufe entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen der Tierhaltung in Deutschland. Die Tiere leben ausschließlich im Stall und haben keinen Zugang zu Außenbereichen.
  • Stufe 2: Stall + Platz: In dieser Kategorie steht den Tieren etwas mehr Platz zur Verfügung als gesetzlich vorgeschrieben. Zusätzlich können Beschäftigungsmaterialien wie Stroh oder Spielketten vorhanden sein.
  • Stufe 3: Frischluftstall: Die Tiere haben Zugang zu Bereichen mit Außenklima, etwa über offene Stallseiten oder überdachte Ausläufe. Dadurch kommen sie regelmäßig mit frischer Luft in Kontakt.
  • Stufe 4: Auslauf/Weide: Hier haben die Tiere Zugang zu Außenbereichen oder Weideflächen. Die Haltungsbedingungen gehen deutlich über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus.
  • Stufe 5: Bio: Diese höchste Stufe steht für ökologische Landwirtschaft nach EU-Bio-Vorgaben oder nach strengeren Standards von Anbauverbänden. Die Tiere haben mehr Platz, Auslauf und bekommen ökologisch erzeugtes Futter.

Bio-Siegel beim Fleisch: Mehr Tierwohl und ökologisches Futter

Neben der Haltungsform-Kennzeichnung finden sich auf Fleischprodukten auch verschiedene Bio-Siegel. Sie stehen für ökologische Landwirtschaft und strengere Regeln bei Tierhaltung, Fütterung und Medikamenteneinsatz. Allerdings gibt es unterschiedliche Bio-Labels mit teilweise verschiedenen Anforderungen.

Zu den wichtigsten gehören:

  • EU-Bio-Siegel: Das grüne Blatt aus Sternen ist das offizielle Bio-Label der Europäischen Union. Fleisch mit diesem Siegel stammt aus ökologischer Landwirtschaft. Die Tiere haben mehr Platz im Stall, Zugang zu Auslauf und erhalten überwiegend ökologisch erzeugtes Futter. Der Einsatz von Antibiotika ist stärker eingeschränkt als in der konventionellen Tierhaltung.
  • Bioland: Das deutsche Anbauverbands-Siegel gilt als strenger im Vergleich zu den EU-Bio-Vorgaben. Bioland-Betriebe müssen zusätzliche Anforderungen erfüllen, etwa bei Tierhaltung, Futterherkunft und Kreislaufwirtschaft auf dem Hof.
  • Demeter: Dieses Siegel steht für biodynamische Landwirtschaft. Die Richtlinien gelten als besonders streng. Neben mehr Platz und Auslauf für Tiere gibt es zusätzliche Vorgaben zur Fütterung, zur Haltung und zum gesamten landwirtschaftlichen Betrieb.
  • Naturland: Auch Naturland gehört zu den großen Bio-Anbauverbänden. Die Anforderungen gehen über die EU-Bio-Regeln hinaus und betreffen unter anderem Tierwohl, Fütterung sowie Umwelt- und Sozialstandards.
  • Lesen Sie auch: Welche Produkte brauchen gar kein MHD?
  • Haltungsform 4: Unter diesen Bedingungen leben die Tiere

Regional- und Herkunftssiegel: Hier steht die Herkunft im Fokus

Für viele Verbraucher spielt die regionale Herkunft eine wichtige Rolle, etwa weil sie kürzere Transportwege oder eine stärkere Unterstützung lokaler Landwirtschaft vermuten. Neben Tierhaltungs- oder Bio-Siegeln finden sich auf Fleischprodukten deshalb häufig auch Hinweise zur Herkunft. Solche Regional- und Herkunftssiegel sollen zeigen, aus welcher Region ein Produkt stammt oder wo es verarbeitet wurde.

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