Warum treten gerade in dieser Region immer wieder solche Erreger auf?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Das Klima bietet beispielsweise sehr günstige Bedingungen für Mücken, die viele Viren übertragen können. Zudem sind die Gesundheitssysteme oft nicht umfassend ausgebaut und es gibt weniger Möglichkeiten, Ausbrüche sofort einzudämmen. Dadurch können sich Infektionen schneller ausbreiten.

Was genau macht man in Ostafrika?

Seit rund zehn Jahren helfen wir beim Aufbau mobiler Labore, die gefährliche Krankheitserreger direkt vor Ort nachweisen können. In vielen Regionen fehlt die Infrastruktur für eine solche Fachdiagnostik. Deshalb arbeiten wir mit lokalen Experten zusammen und nutzen mobile Labore, die in umgebauten Transportkisten, LKWs oder Containern untergebracht sind und direkt dorthin fahren können, wo ein Verdachtsfall auftritt. Gleichzeitig verfügen wir über ausgebildete Fachkräfte in Behörden und Laboren, die dieses Wissen weitergeben können. Während der COVID-19-Pandemie führten diese mobilen Einheiten mehr als eine Million PCR-Tests durch.

Ist Deutschland Sind Sie nun besser darauf vorbereitet, auf neue globale Gesundheitsrisiken nach der COVID-19-Pandemie zu reagieren?

Ja, auf jeden Fall. Sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik ist das Bewusstsein für die Einschleppung gefährlicher Krankheiten deutlich gestiegen. Erst die COVID-19-Pandemie hat vielen Menschen bewusst gemacht, wie wichtig internationale Vorbereitung und schnelle Diagnostik wirklich sind. Auch unser Institut ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen.

Die nächste Pandemie ist also nur eine Frage der Zeit?

Davon müssen wir ausgehen. Die Wahrscheinlichkeit einer neuen Pandemie liegt bei 100 Prozent. Immer wieder gelangen Krankheitserreger vom Tier auf den Menschen – wir nennen das Spillover. Nicht jeder dieser Fälle führt automatisch zu einer Pandemie. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob wir einen solchen Ausbruch früh genug erkennen können.

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