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You are at:Home»Finanzen»Die Uhr tickt: Kann sich die GDL den Streik leisten?
Finanzen

Die Uhr tickt: Kann sich die GDL den Streik leisten?

wochentlich.deBy wochentlich.de24 Januar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Die Uhr tickt: Kann sich die GDL den Streik leisten?
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GDL-Chef Claus Weselsky hat sechs Tage Streik angekündigt. Das wird die Gewerkschaft einiges kosten. Wie lange hält sie das finanziell durch?

Der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL geht in die nächste Runde. Weil sich die beiden Parteien nicht einigen können, streikt die GDL erneut und damit zum vierten Mal in dieser Tarifrunde. Der sechstägige Streik ist der längste in der Geschichte der Deutschen Bahn. Wenn die Lokführer ihre Züge stehen lassen, hat das aber nicht nur Auswirkungen auf Passagiere und Wirtschaft. Auch die GDL muss den Geldbeutel öffnen, um ihre Mitglieder zu bezahlen.

Wer sich an Streiks beteiligt, hat womöglich einen Lohnausfall. Dieser wird von der jeweiligen Gewerkschaft dann ausgeglichen. Das bedeutet: Die GDL muss einen Teil des Gehalts der Lokführer zahlen. Wie lange Streiks andauern können, hängt also auch vom Kontostand der Gewerkschaft ab.

GDL muss den Streikenden Geld zahlen

Wie viel Geld sie tatsächlich für Streiks haben, ist für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar, denn Gewerkschaften halten ihre Streikkassen streng unter Verschluss.

Die GDL zahlt ihren Mitgliedern bei Lohnausfall zehn Euro pro Stunde, aber maximal 75 Euro pro Tag. Ab dem zweiten Tag sind es maximal 100 Euro pro Tag. Diese Zahlung darf den Betrag des Lohnausfalls allerdings nicht übersteigen. Nach eigenen Angaben hat die GDL aktuell 40.000 Mitglieder. 2021 haben sich laut „Handelsblatt“ an den Streiks 8.500 Mitarbeitende beteiligt. Damit müsste die GDL allein für den aktuellen Streik eine Summe von 4,8 Millionen Euro an ihre streikenden Mitglieder zahlen.

Die GDL gehört zur Dachgewerkschaft Deutscher Beamtenbund (dbb). Dieser übernimmt über eine Tarifunion etwa 50 Euro des Streikgeldes pro Tag pro Person. Damit entfallen in dem genannten Beispiel rund 2,5 Millionen Euro auf den dbb und 2,3 Millionen Euro auf die GDL. Diese Unterstützung beim Streikgeld kann die GDL allerdings erst im Nachhinein beantragen. Claus Weselsky selbst ist stellvertretender Bundesvorsitzender beim dbb. Die beiden Verbände haben schon in der Vergangenheit gemeinsam gestreikt.

Kosten für Streiks variieren

Da das Einkommen der GDL aber nicht einzusehen ist, eine Annäherung: Aktive Mitglieder zahlen der Gewerkschaft einen Beitrag von 0,7 Prozent ihres Bruttoeinkommens – Inaktive 0,55 Prozent und Auszubildende 0,25 Prozent.

Angenommen, alle 40.000 Mitglieder in der Gewerkschaft wären aktive Mitglieder und verdienten 3.735 Euro brutto im Monat – das aktuelle Durchschnittsgehalt eines Lokführers. Davon zahlten sie 0,7 Prozent an ihre Gewerkschaft (313 Euro im Jahr). Damit nähme die GDL durch die Beiträge nach dieser Rechnung etwa 12,5 Millionen Euro im Jahr ein. Von ihren Einnahmen reservieren Gewerkschaften üblicherweise 15 Prozent der Beiträge für den Arbeitskampf. Im Fall der Beispielrechnung sind das rund 1,9 Millionen Euro. Deutlich weniger als das, was die Gewerkschaft für einen sechstägigen Streik womöglich auszahlen muss.

Dabei gilt es aber zu bedenken, dass die GDL nicht jedes Jahr streikt und nicht immer so lange. Der letzte große Streik war allerdings erst 2021. Die Kosten variieren auch je nachdem, wie viele Mitglieder sich tatsächlich daran beteiligen.

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