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Die Erdbeere ist ganz sensibel

wochentlich.deBy wochentlich.de24 April 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Die Erdbeere ist ganz sensibel
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Bald ist Erdbeerzeit. Doch die frostigen Temperaturen setzen dem beliebten Obst derzeit zu. t-online hat sich bei Obstbauern umgehört, ob die Ernte in diesem Jahr gefährdet ist.

Die Obstbauern im Berliner Umland stehen vor einer ungewissen Saison. Der Grund: Das wechselhafte Aprilwetter stellt sie vor große Herausforderungen. Durch die Sommertemperaturen setzte die Blütephase früher ein, doch dann kam der plötzliche Wintereinbruch. Die Blüten der frühen Erdbeersorte drohten, zu erfrieren. „Wir machen uns immer ein bisschen Sorgen“, sagt die Verkaufsleiterin von SL Gartenbau. Die Erdbeerfelder des regionalen Anbieters liegen rund 30 Kilometer nördlich von Berlin.

Frostige Temperaturen von bis zu minus drei Grad können die Erdbeeren von SL Gartenbau noch unbeschadet überstehen, darunter wird es jedoch kritisch. Dann hat der Erzeuger mit Frostschäden und Ernteausfällen zu kämpfen. Die Erdbeeren, die noch reifen, werden derzeit mit Vlies abgedeckt, sagt die Verkaufsleiterin. Eine Kollegin hat das Wetter mit einer Wetterstation ständig im Blick – um bei plötzlich einsetzendem Frost schnell reagieren zu können.

„Die Erdbeere ist ganz sensibel“, sagt die Verkaufsleiterin. Hoffnung machen ihr die milderen Temperaturen, die ab Samstag (27. April) erwartet werden. Wenn es dann durchgehend warm bleibt, kann man bei SL Gartenbau in der Perwenitzer Chaussee in Oberkrämer spätestens ab dem 25. Mai Erdbeeren pflücken und kaufen – vielleicht auch schon früher. „Wir bleiben zuversichtlich“, sagt die Verkaufsleiterin. Mit einer Preiserhöhung rechnet sie in diesem Jahr nicht: „Wir werden wohl bei den Preisen des Vorjahres bleiben.“

Ab Ende Mai können Sammelwillige dann auf dem rund 20 Hektar großen Gelände selbst ernten. Neben Erdbeeren gibt es auch Heidelbeeren, Äpfel und frischen Chicorée. Weitere Infos finden Sie hier.

„Wir lassen der Natur ihren Lauf“

Die eisigen Temperaturen trieben auch Landwirt Christian Bernhard, der mit seiner Frau den Erdbeerhof Stegemannshof in der Uckermark bewirtschaftet, den Schweiß auf die Stirn. Pech hatte das Ehepaar schon einmal. Als sie übers Wochenende verreisten, setzte Bodenfrost ein. Die Folge: Die Frühsorten sind erfroren. Doch die beiden machen sich keine Sorgen: „Wir lassen der Natur ihren Lauf.“ Auch sie gehen davon aus, dass einer baldigen Ernte, vielleicht sogar schon zu Pfingsten (19./20. Mai), bei den erwarteten Temperaturen nichts im Wege steht.

Erdbeeren sind nicht ihr Hauptgeschäft, aber Christian Bernhard und seine Frau freuen sich, dass das rote Obst bei den Kunden so gut ankommt. Auf dem Erdbeerhof Stegemannshof in Prenzlau gibt es neben Erdbeeren zum Selbstpflücken auch Erdbeermarmelade, Erdbeerwein und Erdbeerhonig. Weitere Informationen finden Sie hier.

Über konkrete Preise kann Bernhard noch nicht sprechen. „Der wichtigste Faktor ist die Arbeitszeit. Wenn die Lohnkosten steigen, steigen auch die Erdbeerpreise“, sagt der Landwirt. Er schätzt, dass er in diesem Jahr zehn bis 20 Cent mehr pro Kilo verlangen kann – sicher ist das aber noch nicht. Im vergangenen Jahr kostete das Kilo Erdbeeren vom Stegemannshof 8 Euro, selbst gepflückte Erdbeeren kosteten 4,90 Euro pro Kilo.

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