Und dann plötzlich die fixe Idee eines „Friedensgipfels“ mit Putin – ohne die Ukraine, dafür ausgerechnet in Alaska? Es sind die Bilder, die Putin sich wünscht: buchstäblich auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten.

Ein „großes Zugeständnis“ an Putin sei schon das Treffen an sich, hieß es am Wochenende aus dem Kanzleramt. Jedenfalls, wenn der nicht vorher auch zu Zugeständnissen bereit sei: zu einem Waffenstillstand, der die Sicherheitsinteressen der Ukraine, aber auch Europas schützen müsse.

Klingt nach gar nicht so viel, aber es geht eben um Putin – und um Trump. Im Kanzleramt waren sie deshalb sofort alarmiert. Vor allem, weil es erst so schien, als würden sich die USA auf einen „Gebietstausch“ einlassen wollen. Die Europäer versuchten schon am Wochenende, auf Trumps Vize JD Vance einzureden, der in Großbritannien war.

Anschließend veröffentlichten die Europäer eine Erklärung. Sie begrüßen darin pflichtschuldig die „Bemühungen“ Trumps für einen Frieden, nur um ihm dann ihre Forderungen noch mal schriftlich zu geben. „Der Weg zum Frieden in der Ukraine kann nicht ohne die Ukraine beschlossen werden“, heißt es in der Erklärung etwa. Oder: „Der derzeitige Frontverlauf sollte der Ausgangspunkt für Verhandlungen sein.“ Also bitte, bitte nicht einfach so den gesamten Donbass an Russland geben, soll das bedeuten.

Sonntag dann trat Friedrich Merz in der ARD auf. Er wollte seine Israel-Wende rechtfertigen, aber auch noch mal eine Botschaft an Trump senden. Es könne keinen Frieden geben, „der russisches aggressives Vorgehen belohnt und möglicherweise weiteres Vorgehen ermutigt und ermuntert“, sagte Merz. Man hoffe, „dass die Ukraine an diesem Treffen beteiligt wird“. Am Abend telefonierte Merz noch persönlich mit Trump. Sicher ist sicher.

Im Kanzleramt waren sie am Wochenende vergleichsweise optimistisch, jedenfalls was die Gesprächsbereitschaft der USA mit den Europäern angeht. Vielleicht ist es auch Zweckoptimismus. Denn was Trump am Ende wirklich tut, das weiß wie immer niemand so genau. Darüber machen sich Merz‘ Leute schon lange keine Illusionen mehr.

Im Kanzleramt schauen sie deshalb trotzdem mit diversen Sorgen auf den Freitag. Eine davon: Trump könnte den Druck auf Putin viel zu früh aufgeben, also ein Ende der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und der Waffenlieferungen an die Ukraine versprechen. Es brauche aber weiterhin einen „Gesamtmix“, hieß es aus Regierungskreisen: Druck, Unterstützung und Diplomatie gleichzeitig.

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