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Politik

DGB-Kongress mit Pfiffen für Merz

wochentlich.deBy wochentlich.de12 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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DGB-Kongress mit Pfiffen für Merz
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DGB-Bundeskongress

DGB-Kongress mit Pfiffen für Merz – und Applaus für Bas

Aktualisiert am 12.05.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 4 Min.

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Merz drang beim DGB-Kongress mit seinen Reformappellen nicht durch. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa-bilder)

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So unfreundlich ist schon lange kein Kanzler mehr beim DGB empfangen worden. Seine Arbeitsministerin kommt deutlich besser weg. Am Abend werden beide wieder um einen gemeinsamen Reformweg ringen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für tiefgreifende Sozialreformen geworben – und dafür Pfiffe und Buhrufe kassiert. Mit seinem Appell, den Reformprozess als Chance statt Bedrohung zu begreifen und daran mitzuwirken, drang der CDU-Chef bei den rund 400 DGB-Delegierten kaum durch.

Seine Arbeitsarbeitsministerin Bärbel Bas versprach dagegen ihren persönlichen Einsatz gegen Sozialabbau – und erhielt dafür Applaus. „Die Unterschiede zwischen Union und uns waren selten so deutlich spürbar wie heute“, sagte die SPD-Chefin nur knapp vier Stunden vor einer Sitzung des Koalitionsausschusses, bei der es um den weiteren Reformfahrplan gehen sollte. Konkrete inhaltliche Beschlüsse wurden dabei aber nicht erwartet.

Als erster CDU-Kanzler seit acht Jahren beim DGB-Kongress

Merz redete als erster CDU-Kanzler seit acht Jahren bei einem DGB-Bundeskongress. Zuletzt war Angela Merkel 2018 beim Dachverband der Gewerkschaften zu Gast. Auch sie war dort früher schon mal für die Rente mit 67 ausgepfiffen worden.

Merz hatte bei den Gewerkschaften in den vergangenen Monaten mit Äußerungen zur gesetzlichen Rente als „Basisabsicherung“ oder mangelnder Arbeitsmoral („Lifestyle und Vier-Tage-Woche“) für Unmut gesorgt. In seiner gut halbstündigen Rede vor den Gewerkschaftern machte er nun erneut die Dringlichkeit von Reformen deutlich, um den Wohlstand zu sichern. „Wir können nicht einfach so weitermachen wie in den letzten 20 Jahren“, sagte er. „Deutschland muss sich also aufraffen.“

Rentenreform das „härteste Brett“

Als Merz die bereits von der Bundesregierung beschlossenen Sparmaßnahmen bei der gesetzlichen Krankenversicherung schilderte, gab es die ersten Pfiffe, Buhrufe und Zwischenrufe. Es wurden Plakate hochgehalten, unter anderem mit dem Motto: „Solidarisch finanzieren. Sicher versorgen. Sozialstaat verteidigen.“

Die im Sommer bevorstehende Rentenreform bezeichnete Merz als das „härteste Brett“ der Bundesregierung. „Das alles ist keine Bösartigkeit von mir oder von der Bundesregierung“, betonte er. „Das ist Demografie und Mathematik. Es übersteigt ganz einfach die Kräfte von zwei Beitragszahlern, wenn sie in Zukunft eine Person in der Rente finanzieren sollen.“ Auch hier wurde Merz durch Buhrufe und sogar Gelächter unterbrochen.

Absage an Rentenkürzungen bekräftigt

Merz hatte im April mit seiner Aussage für Aufsehen gesorgt, dass die gesetzliche Rentenversicherung künftig „allenfalls noch die Basisabsicherung“ neben der privaten und betrieblichen Vorsorge im Alter sein werde. Er sorgte damit nicht nur bei den Gewerkschaften für Empörung, sondern verschreckte auch den Koalitionspartner SPD.

Auf die Formulierung ging Merz nun in seiner Rede nicht ein, versicherte aber erneut, dass keine Rentenkürzungen geplant seien. „Niemand in diesem Land schlägt Kürzungen der gesetzlichen Rente vor. Sie wären im übrigen auch gar nicht zulässig.“

Bas distanziert sich von Abschaffung des Acht-Stunden-Tags

Bas versuchte, den Gewerkschaftern die Sorge vor Sozialkürzungen zu nehmen. Sie wolle „soziale Sicherung nicht kleiner, sondern klüger machen“, sagte sie. Die SPD-Chefin distanzierte sich auch von der geplanten Abschaffung des Acht-Stunden Tags, die bei den Gewerkschaftern zu den größten Aufregern der bisherigen Reformpläne gehört. „Wenn es nach der SPD und mir persönlich geht, fassen wir das Thema gar nicht erst an, aber es steht im Koalitionsvertrag“, sagte sie und rief dazu auf, gemeinsam mit Arbeitgebern und Gewerkschaften eine Lösung zu finden.

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