Nach tödlichem Hitzesommer
Dezernentin fordert „Hitze-Topf“ für Frankfurt
24.08.2026 – 17:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Extreme Temperaturen haben Frankfurt zugesetzt und nach Angaben der Stadt sogar Menschenleben gefordert. Eine Lokalpolitikerin fordert jetzt Konsequenzen.
Frankfurt soll einen eigenen Fördertopf für den Schutz vor extremer Hitze bekommen. Das fordert Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne) als Konsequenz aus dem Hitzesommer 2026. Aus dem ressortübergreifenden „Hitze-Topf“ könnten Projekte mehrerer Dezernate sowie Vorhaben von Vereinen, kleineren Unternehmen und privaten Initiativen finanziert werden, teilte die Stadt am Freitag mit.
Wie viel Geld dafür bereitgestellt werden soll und wann der Fördertopf kommen könnte, ließ die Dezernentin offen. Zapf-Rodríguez verlangt jedoch, Maßnahmen gegen die Hitze künftig dauerhaft finanziell abzusichern und schneller umzusetzen.
Extreme Hitze forderte Menschenleben
Nach Angaben der Stadt sind in diesem Sommer Menschen infolge der extremen Temperaturen gestorben. Frankfurt sei wiederholt einer der Hitze-Hotspots gewesen. Die wochenlange Hitze und Trockenheit habe zudem Bäume, Grünflächen und den Stadtwald stark belastet. Besonders betroffen seien junge Bäume und Standorte, die der Sonne stark ausgesetzt sind.

„Dieser Sommer war kein Ausnahmefall, den wir einfach abhaken können“, sagte Zapf-Rodríguez. Frankfurt müsse sich auf längere, heißere und häufigere Extremphasen vorbereiten.
Mehr Trinkbrunnen und Schattenplätze gefordert
Die Umweltdezernentin will unter anderem öffentliche Trinkbrunnen ausbauen und mehr kostenlose Orte zur Abkühlung schaffen – insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen. Auf Plätzen und Spielanlagen sollen Schattenplätze künftig stärker zum Standard werden.
Zudem fordert Zapf-Rodríguez mehr Bäume und Grünflächen, die Entsiegelung besonders heißer Orte sowie zusätzliche begrünte Dächer und Fassaden. Bestehendes Stadtgrün müsse besser geschützt werden. Allein durch verstärkte Bewässerung ließen sich Bäume und Pflanzen nicht durch immer heißere Sommer bringen. Nötig seien unter anderem größere Baumbeete, widerstandsfähigere Baumarten und moderne Bewässerungssysteme.
Auch Beschäftigte, die im Freien arbeiten, sollen besser vor Hitze geschützt werden. Die Dezernentin nannte dabei Mitarbeiter des Grünflächenamts, des Stadtforsts und der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES).
Ob der Magistrat den vorgeschlagenen „Hitze-Topf“ aufgreift, ist bislang nicht bekannt. Zapf-Rodríguez warb für eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft: Frankfurt müsse so umgebaut werden, dass die Stadt auch in einer heißeren Zukunft lebenswert bleibe.