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Deutz AG übernimmt Rüstungsfirma für 1,6 Milliarden Euro

wochentlich.deBy wochentlich.de5 November 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Für 1,6 Milliarden Euro

Kölner Traditionsunternehmen übernimmt Rüstungsfirma

05.11.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 3 Min.

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Das Firmengelände der Deutz AG in Köln: Vor der Hauptverwaltung wehen die Fahnen im neuen Design. (Quelle: DEUTZ AG)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Die Deutz AG vollzieht einen milliardenschweren Einstieg ins Rüstungsgeschäft. Das Kölner Traditionsunternehmen übernimmt den Flensburger Militärfahrzeugspezialisten FFG.

Der Kölner Motorenhersteller Deutz hat die Übernahme des Flensburger Rüstungsunternehmens FFG abgeschlossen. Wie der Konzern mitteilte, ist die bereits im Juli angekündigte Transaktion nun vollzogen. Der Kaufpreis liegt bei rund 1,6 Milliarden Euro. Damit macht Deutz einen großen Schritt beim Ausbau seines Verteidigungsgeschäfts.

Die Flensburger Fahrzeugbau GmbH (FFG) beschäftigt mehr als 1.100 Menschen. Durch die Übernahme wächst die Belegschaft des Deutz-Konzerns auf rund 7.500 Beschäftigte. Bezahlt wurde der Kauf teilweise mit Deutz-Aktien. Die vier bisherigen Eigentümerfamilien von FFG halten dadurch zusammen 29,9 Prozent der Anteile und sind nun die größten Aktionäre des Kölner Unternehmens.

  • Traditionskonzern in Köln: Deutz plant wohl erneuten Stellenabbau am Stammwerk
  • Designsünde oder Geniestreich? Kölner Traditionsunternehmen mit neuem Logo

Deutz erweitert Geschäft mit Militärfahrzeugen

FFG ist auf die Wartung, Instandsetzung und Modernisierung von gepanzerten Fahrzeugen und anderer Militärtechnik spezialisiert. Zu den Auftraggebern zählen neben der Bundeswehr auch Dänemark, weitere Nato-Staaten und die Ukraine.

Für Deutz bedeutet der Zukauf eine deutliche Erweiterung des bisherigen Geschäfts. Der Kölner Konzern ist vor allem für Motoren bekannt, die unter anderem in Traktoren, Erntemaschinen, Baumaschinen und Hebebühnen eingesetzt werden. Auch Generatoren gehören zum Angebot. Im Verteidigungsbereich liefert Deutz bislang unter anderem Antriebe für militärische Transportfahrzeuge.

Mit FFG gewinnt dieser Geschäftsbereich erheblich an Bedeutung. Bereits 2027 soll die neue Tochtergesellschaft rund eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz im Verteidigungssegment beisteuern. FFG werde künftig das Herzstück des Deutz-Rüstungsgeschäfts bilden, erklärte der Konzern. Trotz der Neuausrichtung wolle Vorstandschef Sebastian Schulte Deutz nicht zu einem klassischen Rüstungskonzern machen.

Deutz-Chef rechnet mit langfristiger Nachfrage

Die Rüstungsindustrie hat infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine einen erheblichen Aufschwung erlebt. Viele Nato-Staaten investieren mehr Geld in ihre Streitkräfte. Davon profitieren Unternehmen, die Militärfahrzeuge, Waffen und andere Ausrüstung herstellen oder warten. Allerdings ist unklar, wie dauerhaft diese Entwicklung ist. Sollte der Krieg in der Ukraine enden oder eingefroren werden, könnte die Nachfrage nach bestimmten Rüstungsgütern zurückgehen.

Deutz-Chef Schulte sieht darin kein grundsätzliches Risiko für die langfristige Ausrichtung des Unternehmens. „Das ist jetzt kein Strohfeuer“, sagte er. Die gestiegenen Verteidigungsausgaben ermöglichten langfristige Verträge. Die veränderte sicherheitspolitische Lage werde sich seiner Einschätzung nach noch fünf bis zehn Jahre auf die Branche auswirken.

Auch den Kaufpreis verteidigte Schulte. FFG sei bei der Übernahme auf einem „sehr moderaten Level“ bewertet worden.

Motorengeschäft in Köln-Porz bleibt unter Druck

Neben der abgeschlossenen Übernahme präsentierte Deutz neue Geschäftszahlen. In den ersten neun Monaten 2026 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 11,3 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um 60,8 Prozent auf 64,5 Millionen Euro.

Die Entwicklung verlief allerdings nicht in allen Bereichen gleich positiv. Während das Service- und das Energiegeschäft im dritten Quartal zulegten, blieb die Nachfrage nach klassischen Dieselmotoren für Bau- und Landmaschinen hinter den Erwartungen zurück.

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