496.000 Jobs weniger

Analyse zeigt: Deutschland verliert die Stützen seines Wohlstands

19.10.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Mitarbeiterin in einem VW-Werk: Besonder hart trifft der Jobverlust die Automobilbranche. (Quelle: imago stock&people)

Eine neue Ifo-Studie zeigt, wie sich der deutsche Arbeitsmarkt verändert. Während die Industrie massiv Stellen abbaut, entstehen neue Jobs vor allem im Dienstleistungssektor. Experten warnen vor Folgen für den Wohlstand.

Die deutsche Industrie hat in den vergangenen Jahren Hunderttausende Arbeitsplätze verloren. Nach einer Studie des Ifo-Instituts arbeiteten Ende 2025 rund 496.000 Menschen weniger in deutschen Industrieunternehmen als zu Beginn des Jahres 2019. Das entspricht einem Minus von 7,1 Prozent.

Besonders hart trifft es den Angaben zufolge die traditionellen deutschen Kernbranchen: Die Autoindustrie und ihre Zulieferer strichen laut Ifo 123.500 Stellen, ein Minus von 13 Prozent. Hersteller von Metallerzeugnissen bauten demnach 115.600 Stellen ab, der Maschinenbau 64.500.

Stellenzuwachs in Pflegeheimen

Im Dienstleistungssektor entstanden dagegen mehr als 2,2 Millionen neue Stellen, vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung, wie es weiter hieß. Im Gesundheitswesen wurden 391.000 neue Jobs gezählt, im Sozialwesen samt Pflegeheimen 357.000. Grund sei vor allem die alternde Bevölkerung.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung wuchs laut der Studie um 329.000 Menschen – teilweise, weil Stellen von ausscheidenden Beamten mit Angestellten neu besetzt wurden. Bei den privaten Dienstleistern wuchsen IT-Firmen am stärksten.

Die falschen Branchen wachsen

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, sprach von einem „verschärften Strukturwandel“. „Ausgerechnet die Branchen schrumpfen, die bisher unseren Wohlstand getragen haben“, merkte er an. Die neuen Jobs entstünden meist nicht dort, wo Deutschland besonders produktiv und innovativ sei. „Das kann unser Wachstumspotenzial künftig bremsen“, warnte Ragnitz. Die Studie basiert auf der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

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