Merz-Deal mit Trump

Darum sind die Tomahawks so wichtig


Aktualisiert am 09.07.2026 – 11:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Tomahawk-Rakete beim Start (Symbolbild). (Quelle: IMAGO/U.S Navy/U.S. Navy)

Nach langem Streit stimmt US-Präsident Trump der Stationierung von Tomahawk-Raketen in Deutschland zu. Das verändert die strategische Lage in Europa.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) versteckte die Neuigkeit ein wenig in seiner Regierungserklärung. Er habe sich beim Nato-Gipfel in Ankara mit US-Präsident Donald Trump in der Frage um die Stationierung von US-Tomahawk-Raketen in Deutschland geeinigt, sagte Merz in seiner Rede.

Demnach werden „amerikanische Tomahawk-Raketen, von uns erworben und in Deutschland stationiert werden“, so Merz. „Wir schließen damit eine wichtige, strategische Lücke in unserer Verteidigung und wir werden gleichzeitig daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und in Europa zu stationieren“, führte der Kanzler aus.

  • Erklärung: Merz verkündet Kauf von Tomahawk-Raketen
  • FP-1(ER): Neue Drohnen-Entwicklung überrascht Putin

Der Entscheidung geht eine lange Debatte voraus. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz hatte den Tomahawk-Deal vor zwei Jahren mit US-Präsident Joe Biden vereinbart. Dessen Nachfolger Donald Trump rückte von der Vereinbarung ab. Nun kommt Trumps Kehrtwende.

t-online erklärt, was die Tomahawk-Raketen leisten können.

Über welche Fähigkeiten verfügen die Tomahawk?

Die Tomahawk BGM-109 wurden in den 1970er-Jahren für die US-Armee entwickelt. Zunächst für U-Boote und Flugzeuge entworfen, waren die Marschflugkörper für die Abschreckung im Kalten Krieg gedacht. Sie können weit hinter den feindlichen Linien einschlagen und verfügen über eine Reichweite von mehr als tausend Kilometer.

Die Marschflugkörper, benannt nach der Streitaxt indianischer Stämme, sind wie auch das deutsche Waffensystem Taurus (Reichweite: gut 500 Kilometer) in der Lage, im Tiefflug weit in gegnerisches Gebiet einzudringen.

Im Video | Die US‑Marine und ihre tödliche Waffe aus der Tiefe

Player wird geladen

Aktuell wird die Tomahawk V des US-Herstellers Raytheon geliefert. Sie werden vom Startblock Typhon abgefeuert und können mit konventionellen Gefechtsköpfen mit einem Gewicht von 450 Kilogramm bestückt werden. Eine nuklear bestückte Variante wurde nach dem INF-Vertrag abgerüstet.

Erstmals im Gefecht wurde der Tomahawk von der US-Marine im Jahr 1991 im Zweiten Golfkrieg eingesetzt.

Worum dreht sich der Deal

Das Typhon Strategic Mid-range Fire System (SMRF) ist seit 2023 bei der US-Armee in Gebrauch und kann Tomahawk-Flugkörper abschießen (Archivbild). (Quelle: US Army/Wikimedia Commons)
Share.
Leave A Reply

Exit mobile version