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Deutscher Hersteller haben sich bei Ausstattungen „verirrt“

wochentlich.deBy wochentlich.de5 November 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Überbordende Vielfalt

Experte: Deutsche Autohersteller „haben sich verirrt“


05.11.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 4 Min.

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Mercedes-Modelle: Deutsche Hersteller sind für ihre Ausstattungspolitik berühmt-berüchtigt. (Quelle: IMAGO/Rene Traut/imago)

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Viele Modelle, viele Extras, viele Bauteile: Was deutschen Autobauern lange höhere Preise brachte, wird nun zur Kostenfrage. Andere Hersteller machen vor, wie es mit weniger Auswahl geht.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer stellt ein altes Erfolgsrezept der deutschen Autobauer infrage. In einer neuen Analyse des Center Automotive Research (CAR) in Bochum warnt er, dass sich vor allem die Premiumhersteller mit ihrer großen Modell- und Variantenvielfalt in eine Kostenfalle manövriert haben könnten.

Über Jahre galt die breite Auswahl als Stärke. Wer einen BMW, Audi oder Mercedes kaufte, sollte nicht nur zwischen mehreren Baureihen wählen können, sondern auch zwischen Motoren, Batteriegrößen, Rädern, Sitzen, Lenkrädern, Farben, Paketen und Einzeloptionen. Aus Sicht der Hersteller war das ein Weg, höhere Preise durchzusetzen. Aus Sicht der Produktion ist es jedoch inzwischen ein Problem. Dudenhöffer stellt die These auf, dass sich die deutschen Autohersteller in der Vielfalt der Ausstattungen verirrt haben.

Laut Dudenhöffer bietet Audi in China 27 Modellreihen an. BMW kommt im deutschen Konfigurator auf 85 Modellangebote und -varianten – noch ohne China-Versionen mit längerem Radstand, Rechtslenker, Mini und Rolls-Royce. Jedes dieser Modellangebote lässt sich weiter mit Motoren, Ausstattungen und Extras kombinieren. Das steigert jedoch die Kosten massiv, was angesichts der wachsenden Konkurrenz zur Gefahr wird, warnt der Experte.

Andere Hersteller setzen auf weniger Auswahl

Denn Unternehmen wie Tesla oder chinesische Anbieter setzen auf ein anderes Prinzip: Weniger ist hier mehr. Tesla bietet in Europa und China vor allem Model 3 und Model Y an, beide stehen auf einer gemeinsamen Grundplattform. Die Möglichkeiten zur Individualisierung sind überschaubar: wenige Farben, wenige Räder, wenige Interieurvarianten.

Sehr reduziert: Cockpit des L03 mit kaum Schaltern. Auch die Luftausströmer müssen umständlich übers Display oder per Spracheingabe gesteuert werden.Vergrößern des Bildes
Sehr reduziert: Cockpit des L03 mit nur wenigen Schaltern. Kunden haben die Auswahl zwischen hellen und dunklen Bezügen – das war es im Groben. (Quelle: Xpeng)

Auch chinesische Hersteller setzen stärker auf feste Ausstattungslinien. Beim Xpeng L03 beschränkt sich die Auswahl auf zwei Ausstattungen; schon die Basisversion ist umfangreich bestückt. Beim Innenraum bleibt im Wesentlichen die Wahl zwischen hell und dunkel.

Toyota arbeitet in Europa seit Jahren mit vergleichsweise geringer Variantenvielfalt. Laut einer Jato-Auswertung aus dem Jahr 2024 bestellten europäische Toyota-Käufer im Schnitt nur 0,4 Extras und zahlten dafür durchschnittlich 255 Euro zusätzlich.

Für Hersteller hat das Vorteile. Weniger Varianten bedeuten größere Stückzahlen je Teil im Einkauf (und damit meist höhere Nachlässe), weniger Abstimmung mit Zulieferern, einfachere Logistik und weniger Aufwand in der Produktion. Auch Fertigungsverfahren wie Giga-Casting, bei denen größere Karosseriestrukturen aus einem Stück gegossen werden, lassen sich mit hoher Standardisierung besser nutzen.

Vielfalt kostet Geld

Tesla gibt laut Dudenhöffers Analyse 9,0 Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Bei Audi sind es 7,6 Prozent, bei Mercedes 6,8 Prozent, bei BMW 6,1 Prozent. Trotz der höheren Entwicklungsausgaben erreicht Tesla im Vergleich die höchste Bruttomarge: Der Hersteller kommt demnach auf 19,0 Prozent. Mercedes liegt bei 17,9 Prozent, BMW bei 14,0 Prozent, Audi bei 8,9 Prozent.

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