Angstgegner der Großen

Ein Deutscher erobert England


Aktualisiert am 02.11.2026 – 11:00 UhrLesedauer: 6 Min.

Fabian Hürzeler: Seit 2024 ist er Cheftrainer bei den „Seagulls“, den „Möwen“. (Quelle: IMAGO/MB Media)

Wer sich die Spitzengruppe in England anschaut, sieht den FC Arsenal, Manchester City – und Brighton & Hove Albion. Das Team von Fabian Hürzeler ist die große Überraschung.

Mittlerweile kennt jeder Fußballfan den Namen Brighton & Hove Albion. Einst kam der südenglische Klub als personifizierter Underdog in die Premier League, aber heute ist kaum noch einer überrascht, wenn Brighton Jahr für Jahr achtbare Resultate abliefert.

Am Wochenende sorgte der Klub um den deutschen Trainer Fabian Hürzeler nämlich für die nächste Überraschung. Die Mannschaft des früheren St.-Pauli-Trainers gewann mit 1:0 beim Tabellenführer Manchester City und fügte dem Team von Trainer Enzo Maresca damit die zweite Niederlage in Serie zu. „Ich bin extrem stolz“, sagte Hürzeler nach dem Sieg.

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In der Tabelle stehen die „Seagulls“ nach nun neun Spieltagen und sechs Siegen auf Rang drei. Nur Meister Arsenal und ManCity liegen noch vor der Hürzeler-Elf. Eine kleine Fußballmacht ist in der Küstenstadt herangewachsen, auch wenn einige der Spielernamen nicht jedermann bekannt sind. Zumindest noch nicht.

„Ein paar Schritte sind es schon noch. Aber wir versuchen, die Lücke immer kleiner werden zu lassen. In den vergangenen beiden Jahren sind wir jeweils Achter geworden. Jetzt ist es zwar noch sehr früh in der Saison, aber wir hatten einen sehr guten Start. Daran wollen wir anknüpfen und uns weiterentwickeln“, sagte Ex-Nationalspieler Pascal Groß bei Sky.

„Es war für mich persönlich, genauso wie für die gesamte Mannschaft, ein guter Start. Damit gerechnet habe ich nicht unbedingt. Ich glaube, dass unsere Spielweise sehr gut zu mir passt. Wir erspielen uns viele Chancen, gewinnen viele Bälle und kommen häufig in Situationen, in denen man den letzten Pass spielen kann. Wir wollen viele Torchancen kreieren. Es macht einfach Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen.“

Ein Pokermillionär und methodisches Scouting

Zum Geschäftsmodell des Klubs, welcher sich im Besitz von Pokerprofi Tony Bloom befindet, gehört der Verkauf von Talenten mit hoher Profitmarge. Wenigstens ist das ein Teil der Formel. Mittlerweile tätigt Brighton auch kostspielige Transfers, etwa den letztjährigen Hamburger Verteidiger Luka Vušković von Tottenham für 54 Millionen Euro. In der Vorsaison war der 19-jährige Kroate an den HSV verliehen und avancierte zum torgefährlichsten Verteidiger der Bundesliga. Doch Vušković ist gleichzeitig ein taktisch versierter und aggressiver Abwehrspieler, ganz nach dem Geschmack von Cheftrainer Hürzeler, der möchte, dass Brighton nach vorn verteidigt.

Hürzeler war wie Vušković auch einst in Hamburg tätig, jedoch beim Stadtrivalen FC St. Pauli. Nach dem Aufstieg mit den „Kiezkickern“ in die Bundesliga verabschiedete sich Hürzeler 2024 in Richtung Brighton. Nicht ganz ohne Nebengeräusche. Aber er wusste, welch eine Chance das Engagement in England und gerade bei einem so fortschrittlich denkenden Klub sein könnte. Immerhin gehört Hürzeler auch zur manchmal verächtlich als „Laptoptrainer“ betitelten Generation.

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