Deutscher läuft 14 Marathons am Stück
Am Ende kann er kaum noch sprechen
Aktualisiert am 11.05.2026 – 12:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Als der Extremsportler Arda Saatçi in Los Angeles ankommt, kann er kaum noch sprechen. Unglaubliche 600 Kilometer ist er am Stück gelaufen – ein Ziel aber hat der Deutsche verfehlt.
Sein Spitzname war allgegenwärtig auf dem Weg von Badwater in die Stadt der Engel: „Cyborg“. Tatsächlich hat es der Berliner Arda Saatçi am Sonntag geschafft, mehr als 600 Kilometer am Stück zu rennen. Vom heißen Death Valley in der Wüste Kaliforniens bis zum Pazifischen Ozean in Los Angeles. Eine beinahe übermenschliche Leistung.
Mehr als fünf Tage hat es gedauert: Am Sonntagmittag um 14.30 Uhr (Ortszeit) erreichte der 28-Jährige schließlich den Santa Monica Pier nahe Los Angeles – nachdem er 123 Stunden und 21 Minuten auf den Beinen war. Bei seinem Versuch, die gewaltige Distanz an einem Stück zurückzulegen, nahm sich Saatçi lediglich kurze Auszeiten von 30 bis 90 Minuten, in denen er kurz schlief. Sein ambitioniertes Ziel, bei dem Lauf in den USA 600 Kilometer in nur 96 Stunden zurückzulegen, verpasste der Extremsportler dennoch.
Saatçi musste den Strapazen sichtbar Tribut zollen. Schoss der Puls in die Höhe, ging er zwischendrin einige Minuten im Schritttempo, bevor er wieder zum schnelleren Laufen ansetzte. Kurz vor dem Ziel lief der Läufer teilweise noch eine beeindruckende Geschwindigkeit von etwa sechs Minuten pro Kilometer. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit lag am Ende bei mehr als zwölf Minuten pro Kilometer.

Nach Ablauf der 96 Stunden am Samstag – in denen er gut 458 Kilometer zurückgelegt hatte – zeigte er sich enttäuscht und zugleich kämpferisch: Im Gehen hatte er angekündigt, die Sache zu Ende zu bringen, egal wie. Im Ziel erwarte ihn seine Mutter, sagte er. Er habe ihr versprochen, mit ihr am Muttertag ein Eis essen zu gehen. „Das Versprechen werde ich auch halten.“ Wie aus dem Livestream seines Sponsors Red Bull hervorging, war die Strecke wegen Umwegen am Ende 604,5 Kilometer lang. Insgesamt legte er damit etwas mehr als 14 Marathons in fünf Tagen zurück.
Twitch: Mehr als 600.000 Zuschauer
Den Lauf des 28-Jährigen schauten sich Hunderttausende Menschen via Stream live an. Sie feuerten ihn online an und fieberten mit dem Athleten mit. Dem Extremsportler folgen allein auf YouTube rund 1,5 Millionen Menschen, auf Instagram hat er rund zwei Millionen Follower. Laut Angaben des Sponsors Red Bull sollen in der Spitze sogar zwei Millionen Menschen den Livestream eingeschaltet haben.
