Mega-Sperrung

Bahn verändert Plan für umstrittenes Sanierungsprojekt in Bayern


30.05.2026 – 09:31 UhrLesedauer: 2 Min.

S-Bahn am Münchner Hauptbahnhof (Symbolfoto): Im nächsten Jahr wird die Strecke nach Rosenheim abschnittsweise gesperrt. (Quelle: IMAGO/Wolfgang Maria Weber/imago)

Die Bahn beugt sich nach zähen Verhandlungen und ändert den Sperrplan für München–Rosenheim. Was jetzt ab Herbst 2027 auf Reisende zukommt.

Nach monatelangem Druck der bayerischen Landesregierung hat die Deutsche Bahn ihren Sanierungsplan für die Strecke München–Rosenheim grundlegend geändert. Die ursprünglich geplante fünfmonatige Komplettsperrung von Januar bis Juni 2028 ist vom Tisch – stattdessen wird die Sanierung des stark belasteten Korridors auf zwei Etappen in den Jahren 2028 und 2031 verteilt.

Das gab die Deutsche Bahn am Samstag bekannt. Auf der Strecke fahren täglich im Schnitt 96 Güter-, 64 Fern- und 132 Regionalzüge. Eine halbjährige Stilllegung dieser Verkehrsachse sei mit Ersatzverkehr schlicht nicht zu bewältigen gewesen, hieß es laut dem „Merkur“ von der Landesregierung.

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2028 wird an der Strecke München-Rosenheim gebaut

Im Herbst 2027 beginnen zunächst bauvorbereitende Maßnahmen. Die S-Bahn wird dabei zwischen Oktober und Dezember 2027 abschnittsweise gesperrt, ab Mitte Januar 2028 an acht Wochenenden und während der Faschingsferien vollständig.

Die eigentliche erste Sanierungsetappe folgt von Mitte Februar bis Mitte April 2028: Acht Wochen lang sind die Fernbahngleise komplett gesperrt. Im Mittelpunkt steht der Ersatz veralteter Relaisstellwerke durch moderne elektronische Systeme – davon profitiert auch die S-Bahn bis Grafing. Ergänzend werden Gleise und Weichen erneuert. Die neuen Stellwerke gehen erst Ende 2028 und Anfang 2029 in Betrieb.

Sperrung von bis zu 16 Wochen

Im ersten Halbjahr 2031 folgt eine weitere Sperrung von bis zu 16 Wochen. Dann stehen Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe auf dem Programm, zudem soll der Korridor mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet werden. Die längere Vorlaufzeit bietet laut dem bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) einen weiteren Vorteil: Die Mangfalltalbahn Holzkirchen–Rosenheim könne bis dahin als Umleitungsstrecke ebenfalls ertüchtigt werden, so Bernreiter zum „Merkur“.

Bundesstaatssekretär Ulrich Lange (CSU) bezeichnete die Planänderung dem Bericht zufolge als „die größte Veränderung, die an einem Einzel-Korridor bisher vorgenommen wurde.“ Verkehrsminister Bernreiter zeigte sich offen erfreut: „Wir haben dafür gekämpft.“

Unverändert bleibt die Sanierung der Nachbarstrecke Rosenheim–Salzburg, die vom 7. Februar bis 9. Juli 2027 läuft. Die Gesamtkosten für München–Rosenheim stehen noch nicht fest, werden jedoch im Milliardenbereich erwartet – finanziert nahezu vollständig aus dem Sondervermögen des Bundes.

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