„Alarmierende“ Zahlen

Ostdeutsche leiden häufiger an Herzerkrankungen


23.09.2025 – 10:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Risiko steigt mit zunehmendem Alter: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. (Quelle: PixelsEffect/getty-images-bilder)

In einigen Bundesländern ist die Zahl der Herzkranken fast doppelt so hoch wie anderswo. Das zeigt eine neue Studie.

Eine aktuelle Analyse der Barmer-Krankenkasse zeigt große Unterschiede bei Volkskrankheiten wie Herzleiden oder Migräne – vor allem zwischen Ost- und Westdeutschland. Besonders in Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Zahl der Betroffenen auffallend hoch.

Wichtig zu wissen

Herzschwäche, medizinisch Herzinsuffizienz, gehört zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Das Herz kann dabei nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen, was zu Atemnot, Leistungsabfall und Wassereinlagerungen führt.

Herzschwäche: Im Osten fast doppelt so viele Erkrankte

Nach den neuen Daten litten 2023 in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen 70 bis 77 von 1.000 Einwohnern an Herzschwäche – 75 bis 90 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. In Hamburg und Bremen waren es nur 25 bis 26 von 1.000 Einwohnern.

Barmer-Chef Christoph Straub erklärt den Unterschied mit der Altersstruktur im Osten: „Herzinsuffizienz tritt meist im Alter und oft als Folge anderer Herzerkrankungen auf.“ Die Unterschiede müssten bei der Planung der Versorgung stärker beachtet werden.

Migräne: Thüringen ebenfalls weit vorn

Auch bei Migräne zeigen sich deutliche Abweichungen. In Hamburg und Bremen waren 2023 33 von 1.000 Einwohnern betroffen, in Thüringen dagegen 41 von 1.000. Auf Landkreisebene reichte die Spanne von 26 Fällen im Altmarkkreis Salzwedel bis zu 57 im thüringischen Hildburghausen.

Belastung im Gesundheitswesen besonders hoch

Auch branchenspezifisch zeigen sich der Barmer zufolge teils „alarmierende“ Ergebnisse: So leiden Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen überdurchschnittlich häufig an Kopfschmerzen. 73 von 1.000 Erwerbstätigen suchten 2023 deshalb ärztliche Hilfe und damit mehr als in jeder anderen Branche. Ursachen sehen Experten in Schichtdiensten, Personalmangel und hoher psychischer Belastung.

Die neue Analyse zeigt, dass Krankheiten wie Herzschwäche oder Migräne in Deutschland regional sehr ungleich verteilt sind. Während im Osten vor allem ältere Bevölkerungsgruppen stärker betroffen sind, spielen auch Arbeitsbedingungen und Lebensstil eine Rolle.

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Laut der Barmer muss die Versorgung regional angepasst werden. In besonders belasteten Regionen sind demnach mehr spezialisierte Angebote nötig, von Herzinsuffizienz-Ambulanzen bis zu Kopfschmerzzentren. Nur so könnten Betroffene rechtzeitig die Hilfe erhalten, die sie benötigen.

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