Angeschaut und ausprobiert

Motorola Edge 70: Der späte Partygast erntet alle Blicke

Aktualisiert am 13.11.2025 – 12:52 UhrLesedauer: 4 Min.

Setzt Akzente: Das 5,9 Millimeter flache Motorola Edge 70. (Quelle: Nico Tapia/dpa-tmn/dpa-bilder)

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Richtig flach, schön leicht und mit langem Atem. Motorola macht mit dem Edge 70 Apples iPhone Air Konkurrenz. Aber es gibt da eine ärgerliche Sache.

Es liegt geradezu in der Luft, obwohl keiner den Namen iPhone Air in den Mund nimmt. Das muss während der Vorstellung von Motorolas Edge 70 auch keiner. Ist schon klar: Das 5,9 Millimeter flache Smartphone spricht jene an, die auch ein ultradünnes iPhone Air kaufen könnten oder ein flaches Samsung Galaxy S25 Edge. Motorola kommt zwar etwas spät zur Party, setzt aber deutliche, eigene Akzente.

Das fängt beim farbenfrohen Design an: Motorola hat hier mit Pantone drei Farbkombinationen entworfen, die herausstechen:

  • „Gadget Grey“: Ein Grauschwarz mit leuchtend blauen Kameraringen und Knöpfen.
  • „Bronze Green“: Ein Olivton zusammen mit einem grünlichen Goldton.
  • „Lily Pad“: Ein Graugrün mit Akzenten in Orange-Metallic.

In Zeiten, in denen das Innenleben aller Smartphones eigentlich gut genug ist, macht so ein Look ordentlich was her.

Weiter geht es beim Innenleben: Die Hardware ist ausreichend schnell, der Arbeitsspeicher mit 12 Gigabyte (GB) groß, 512 GB Gerätespeicher reichen für viele Fotos. Das 6,67 Zoll große OLED-Display ist schön hell und hat nur einen ganz schmalen Rand. Mit 159 Gramm, dem Alu-Rahmen und der griffigen Rückseite liegt das Edge angenehm leicht in der Hand. Es ist das gleiche gute Gefühl wie beim Konkurrenten von Apple. Die Erkenntnis: So schön leicht kann Smartphone sein.

Während im iPhone Air die meiste Technik oben unter dem Kamerabuckel sitzt, damit mehr Platz für den Akku mit rund 3.150 Milliamperestunden bleibt, ist sie im Edge 70 etwas verteilter. Es gibt auch Stereolautsprecher. Trotzdem steckt ein großer Silizium-Carbon-Akku mit 4.800 Milliamperestunden in der Flunder. Der hält und hält – und hält. Auch ohne Ansteckakku. Im Test locker einen Tag, manchmal zwei.

Schlussendlich die Kameras: Vier farbig eingefasste Ringe zieren die Rückseite des Geräts. Darin stecken aber nicht vier Kameras, sondern zwei: eine Weitwinkel- und eine Ultraweitwinkelkamera mit jeweils 50 Megapixeln. Die beiden übrigen Ringe besetzen der Blitz und ein Lichtsensor. Auch Samsungs Flunder-Fon Galaxy S25 Edge bietet zwei Kameras, beim iPhone Air versucht Apple, alles mit einer Kamera zu lösen.

Das Kamera-Duo des Edge liefert meist schöne Fotos in knalligen Farben. Manch ein Bild ist zunächst enttäuschend, nach 1,5 Sekunden Nachbearbeitung durch die KI sieht es dann plötzlich beeindruckend aus. Besonders Porträts schafft die Kamera gut, dynamische Szenen mit viel Bewegung gelingen mal gut, mal bleiben Gesichter leicht unscharf. Einen optischen Zoom gibt es nicht.

Gelegentlich liegt die Photo Enhancement Engine der Moto AI auch daneben, was sich in eher willkürlich platzierten Unschärfen im Bild äußert oder in fehlenden Details. Denn was unscharf ist, wird dann „scharf geraten“. Nicht immer gelingt das ganz perfekt.

Ein wichtiges Thema für Motorola bei der Präsentation: Das Smartphone soll langlebig sein. Dazu hat man es der Zertifizierung des US-Militärs unterzogen: Stürze, Hitze, Kälte, Staub, Wasser – all das soll kein Problem sein. Und auch biegen lässt sich das flache Alu-Gehäuse mit Kunststoffrückseite unter vertretbarem Kraftaufwand kaum.

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