Prinz Poldi tritt ab

Letzter Sommermärchen-Profi beendet seine Karriere


22.05.2026 – 21:40 UhrLesedauer: 3 Min.

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Lukas Podolski: Beim WM-Gruppenspiel 2006 gegen Ecuador erzielte er sein erstes Tor bei einer Weltmeisterschaft. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Nach über 20 Jahren im Profi-Fußball ist für Lukas Podolski Schluss. Der Weltmeister von 2014 beendet seine Karriere und ist damit der Letzte einer Mannschaft, die den deutschen Fußball maßgeblich prägte.

Ohne einen einzigen Länderspiel-Einsatz in den Kader für eine Welt- oder Europameisterschaft zu fahren klingt unmöglich? Für Lukas Podolski war es das nicht. Denn genau so fing die Nationalmannschaftskarriere des heute 40-Jährigen an. Früh in seiner Karriere erhielt er bereits den Spitznamen „Prinz Poldi“ und genau dieser Prinz wurde Anfang Juni 2004 vom deutschen Teamchef Rudi Völler für die EM 2004 nominiert. Gemeinsam mit einem anderen Nachwuchsspieler: Bastian Schweinsteiger.

Vor dem Turnier sollte dann noch ein Testspiel gegen die ungarische Nationalmannschaft, die damals von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus gecoacht wurde, in die Hose gehen (0:2). Fußball aus einer anderen Zeit. Nun, fast auf den Tag genau 22 Jahre nach seinem Debüt verkündete Lukas Podolski das Ende seiner aktiven Zeit im Fußball.

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Podolski beendet Karriere: Gleichschritt mit dem deutschen Fußball

Letztlich war es eine Profi-Karriere, die sich nahezu im Gleichschritt mit dem deutschen Fußball der vergangenen zwei Jahrzehnte entwickelte. 2004 bei der Europameister war er noch der junge Hoffnungsträger, gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger konnte er das Vorrundenaus allerdings nicht verhindern.

Dennoch kann man das Duo aus „Schweini“ und „Poldi“, wie sie damals genannt wurden, mit den heutigen Hoffnungsträgern Florian Wirtz und Jamal Musiala vergleichen. Zumindest in der Bedeutung für die Fans. Sie waren die jungen, frechen und wilden Spieler, die einer taumelnden Fußball-Nation wieder Hoffnung gaben – zur vollen Entfaltung kam es aber erst bei der Heim-WM 2006.

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Mit Spielern wie Jens Nowotny, Bernd Schneider, Jens Lehmann und Oliver Neuville an der Seite entfachte Podolski eine neue Fan-Liebe zur Nationalmannschaft. Die Mannschaft erreichte als Außenseiter das Halbfinale, verlor in der Verlängerung gegen den späteren Weltmeister Italien (0:2) und sicherte sich noch den dritten Platz gegen Portugal (3:1). Jetzt hat auch der letzte Sommermärchen-Held seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt.

Ex-Bundestrainer Jogi Löw sagte über den langjährigen Köln-Profi mal: „Er ist schon ein bisschen wie Köln: unterhaltsam, niemals langweilig, immer irgendwie das positive Lebensgefühl mit sich tragend. So hat er auch alle anderen angesteckt und mitgezogen“

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