„Was läuft bei so einem falsch?“

Chefarzt beleidigte Bundesliga-Schiedsrichter


06.05.2026 – 17:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Deniz Aytekin: Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter wird seine Laufbahn nach der Saison beenden. (Quelle: IMAGO/Jürgen Kessler/imago)

Bis zum Ende der Saison ist Deniz Aytekin in der Bundesliga noch im Einsatz. Danach ist Schluss. Nun spricht der 47-Jährige über den Hass gegen Schiedsrichter.

Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin hat einen Einblick in seine Karriere gegeben und dabei auch auf den Hass aufmerksam gemacht, den die Unparteiischen immer wieder ertragen müssen. Der 47-Jährige, der nach der laufenden Saison seine Karriere beendet, berichtete in einem „Stern“-Interview unter anderem von einem Vorfall, bei dem er von einem Chefarzt einer großen deutschen Klinik per Mail kontaktiert und verbal attackiert wurde.

„Der hat mich so dermaßen beleidigt, Arschloch war da noch das freundlichste Wort“, sagte Aytekin und schob nach: „Was läuft bei so einem, der tagtäglich anderen hilft, falsch, dass er sich so vergisst?“

Diskriminiert gefühlt habe sich der gebürtige Nürnberger mit türkischen Wurzeln bei seiner Arbeit wiederum nie. „Die Idioten sterben nicht aus“, sagte Aytekin zwar über etwaige Beleidigungen. „Aber im Stadion höre ich das nicht, und was im Internet passiert, muss ich nicht lesen. Das ist mir bis zu einer gewissen Grenze einfach egal.“

Der dreifache DFB-Schiedsrichter des Jahres pfeift seit 2008 in der Bundesliga, gehört mittlerweile zu den beliebtesten und gefragtesten Referees im deutschen Oberhaus. Nun gab er jedoch an, sich zwischenzeitlich häufiger gefragt zu haben, ob die Schiedsrichterei für ihn noch Sinn ergebe.

„Immer wieder dieser Hass, will ich das ertragen? Hält meine Familie das aus? Kein Sport der Welt ist es wert, dass man sich in Gefahr bringt“, stellte er klar. Letztlich habe aber immer die Liebe zum Fußball über seine Zweifel gesiegt. Geholfen hätten auch die Menschen um ihn herum, die ihn nicht nur als Schiedsrichter gesehen hätten. „Ich hatte zum Glück genug Leute, für die ich einfach nur Deniz bin.“

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