Das Problem: Viele Produkte können nicht gelagert werden. „Ein paar Sachen können wir im Kühlschrank lassen, aber den Rest müssen wir wegwerfen“, beschreibt sie die Situation. Neben den finanziellen Einbußen ist es vorrangig die Unsicherheit, die sie belastet. Früh aufstehen und vorbereiten – ohne zu wissen, ob sich der Aufwand lohnt. „Das ist sehr stressig und fühlt sich nicht gut an“, sagt sie.
Auch Luis Jahraus, 20 Jahre alt und Betreiber des Standes „Enzo Oats“, hat an diesem Tag einen Platz bekommen. Dort verkauft er Overnight Oats und Proteinshakes. Doch auch er weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. „Es ist schwerer geworden für alle mit Essen“, sagt er. Gleichzeitig zeigt er Verständnis für die Situation der Marktleitung, die jeden Markttag neu entscheiden muss, wer einen Platz bekommt.
Dennoch hält er die aktuelle Lösung nicht für ideal. „Ich finde, man müsste eher neue Räume schaffen, statt alles umzudrehen“, sagt er. Für ihn seien Food-Stände Teil der Vielfalt des Marktes – sie brächten neue Ideen, sprächen andere Zielgruppen an und generierten zusätzliche Aufmerksamkeit. Man müsse daher nach besseren Lösungen suchen.
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Die Debatte hat längst neue Ideen angestoßen. Auf dem Markt selbst wird über mögliche Lösungen gesprochen – von stärker gesteuerten Vergaben bis zu neuen Formaten außerhalb des klassischen Wochenmarkts.
Auch Claus-Harry vom Obsthof Eckhoff bringt eigene Ansätze ins Spiel. Er kann sich ein System vorstellen, das stärker berücksichtigt, wer den Markt auch in weniger attraktiven Zeiten mitträgt. Händler, die etwa im Winter oder bei schlechtem Wetter kommen, könnten aus seiner Sicht bei der späteren Standvergabe bevorzugt werden. So ließe sich für ihn mehr Ausgleich schaffen – zwischen denen, die den Markt ganzjährig bedienen, und jenen, die vorwiegend an stark frequentierten Tagen teilnehmen.
Eine Idee, die zudem häufig genannt wird, sind separate Food-Märkte. Sie könnten unabhängig vom Isemarkt stattfinden und den Anbietern mehr Planungssicherheit geben – mit festen Standplätzen und klaren Strukturen.
