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Finanzen

Dax-Rekord trotz Nullwachstum: Wie kann das sein?

wochentlich.deBy wochentlich.de6 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Dax-Rekord trotz Nullwachstum: Wie kann das sein?
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Der deutsche Aktienindex knackte zum Monatsbeginn ein neues Rekordhoch. Wie kann das sein? Die Nachrichtenlage zur Wirtschaft in Deutschland könnte kaum turbulenter sein.

Die großen Automobilhersteller verkünden Entlassungen nahezu wöchentlich im 1.000er-Paket. Ein paar Tausend Mitarbeiter bei Audi, als nächstes BMW, dann Mercedes, dann Porsche und Volkswagen. Hinzu kommt ein katastrophal laufendes Geschäft bei Firmen wie Bosch und Trumpf oder Zulieferern aus dem Autosektor.

Deutschland ist seit 2020 per Saldo mit Nullwachstum geschlagen, während in Europa die gesammelte Konkurrenz auf Wachstumspfad ist. Die Bundesregierung hat für 2026 angekündigt, es bestehe die Hoffnung auf eine schwarze Null, und dies mit der Ansage garniert, dass 2026 gar keine Rezession anstehe. Mit anderen Worten: Man ist mit derart wenig zufrieden, dass Nullwachstum schon als Erfolg gewertet wird.

Die jüngsten Zahlen zur Auswanderung, vor allem bei jungen Menschen, sprechen ebenso eine deutliche Sprache wie das Vertrauen der Selbstständigen und des Mittelstands in die Politik.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen.
Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Zur Person

Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
Alle Gastbeiträge von Daniel Saurenz lesen Sie hier.

Dax verzeichnet trotzdem den nächsten Rekord

Auf all diese negativen Merkmale trifft ein deutscher Aktienindex, der eben ein Rekordhoch hinlegt. Doch der Dax spricht nicht die Sprache der deutschen Wirtschaft, sondern die Sprache international agierender Konzerne. „Im Dax werden 80 Prozent der Umsätze im Ausland erzielt“, erklärt Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Dabei spielt es nur eine geringe Rolle, ob man bei Software auf SAP blickt oder sich bei MTU Aero oder Airbus mit Flugzeugen und Flugzeugzulieferern beschäftigt.

Gleichsam werden Titel wie Infineon und Siemens vom internationalen Hype für Künstliche Intelligenz getrieben. Im Juli 2026 wurden als meistgehandelte Aktien am Börsenplatz Gettex in München die Titel Siemens Energy, Micron, SK Hynix, SAP und Rheinmetall verzeichnet.

Die Zugpferde im Dax in den vergangenen zwölf Monaten sehen dabei relativ logisch aus. „Mit Hochtief und Infineon liegen eben zwei Konzerne ganz vorn, die den Bereich Künstliche Intelligenz und die notwendigen Rahmen abdecken“, so CMC. Infineon ist mit 80 Milliarden Euro Marktkapitalisierung mittlerweile doppelt so groß wie BASF und sogar größer als Deutsche Bank oder Münchener Rück. Bei den Autoherstellern macht im Dax Infineon so viel aus wie BMW, Volkswagen und Mercedes zusammen.

Autobauer und Immobilienbranche schwächeln

Schaut man auf deutsche Aktien mit hohem Anteil an der deutschen Wirtschaft, so wird das Desaster doch sehr augenscheinlich. Porsche Automobil Holding im MDax liefert auf zwölf Monate einen negativen Renditebeitrag von 17 Prozent. Ähnlich geht es dem Autozulieferer Hella und den Immobilienkonzernen LEG Immobilien oder Aroundtown. Dies verwundert kaum und gilt auch für Titel wie Vonovia oder Deutsche Wohnen, da der Wohnungsmarkt von Vorschlägen wie dem Vergesellschaftungsansatz der Initiative „Deutsche Wohnen enteignen“ oder anderen Regulierungsmöglichkeiten belastet wird.

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