Automobilgeschichte
Das war die erste Tankstelle der Welt
28.04.2026 – 14:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Tankstellen haben sich seit der Erfindung des Automobils verändert. Das zeigt vor allem ein Blick auf die erste Tankstelle der Welt. Mehr dazu im Artikel.
Heutzutage wissen Fahrer von Autos, Motorrädern und Lastkraftwagen genau, wo sie hinmüssen, wenn der Tank leer ist: an die nächste Tankstelle. Dort stehen ihnen Diesel und Benzin zur Verfügung, während die angeschlossenen Shops ein breites Angebot an Lebensmitteln, Zeitschriften und weiteren Produkten bereithalten.
Die allererste Tankstelle der Welt hingegen bot ein völlig anderes Sortiment an – ihr Hauptangebot bestand nämlich aus Medikamenten und Arzneimitteln.
Zu den Anfängen des Automobils existierte Benzin, wie wir es heute als raffiniertes Produkt kennen, noch nicht. Vielmehr waren Pioniere wie Carl Benz, der den Vorläufer des heutigen Mercedes-Konzerns gründete, darauf bedacht, vorhandene Alltagsflüssigkeiten als Kraftstoff zu verwenden.
Seine Frau Bertha Benz reiste am 5. August 1888 mit ihren Söhnen von Mannheim nach Pforzheim. Als in ihrem Benz-Patent-Motorwagen Modell 3 der Sprit ausging, machten sie an der Stadtapotheke Wiesloch Halt. Dort erhielten sie mehrere Liter „Ligroin“. Das Lösungsmittel konnte als Kraftstoff eingesetzt werden.
Ligroin, auch als Waschbenzin bezeichnet, war damals der übliche Kraftstoff. Es war also nichts Besonderes, dass es das Auto antrieb. Das Revolutionäre war, dass es aufgrund der weiten Strecke unterwegs betankt werden musste.
Apotheker Willi Oeckel nahm damit einen unbestreitbaren Platz in der Weltgeschichte ein. Schließlich hat er die erste Fernfahrt mit einem Automobil ermöglicht. Die Stadtzentren von Mannheim und Pforzheim sind übrigens durch rund 70 Kilometer Luftlinie voneinander getrennt.
Bis Ende 2023 existierte die Apotheke, ehe sie ihren Geschäftsbetrieb einstellte. Zu bestimmten Anlässen ist sie aber immer noch als Museum geöffnet. Eine Erinnerungstafel und eine Statue erinnern bis heute an ihre große Bedeutung.
Auf der Bertha-Benz-Memorial-Route können Verkehrsteilnehmer wichtige Passagen und traditionsreiche Orte abfahren. Dazu zählt natürlich auch die Wieslocher Stadtapotheke.
