Deutschland: Wer hinter „Gen Z regelt“ steht

„Gen Z regelt“, mitunter auch „Gen Z steht auf“, ist nach eigenen Angaben ein überparteiliches Bündnis. Registriert ist ihre Webseite in der Schweiz. Die Organisation versteht sich als unabhängiger, loser Zusammenschluss junger Menschen, die sich „für unsere Jugend und für unsere Zukunft“ engagieren. Von Gewalt distanziert sie sich.

In einer Erklärung heißt es: „Wir sind die Mitte von allem.“ Gemeint sind alle politischen Richtungen: „Egal ob links, rechts, grün oder eine andere Richtung.“ Aus Furcht vor Ausschreitungen haben sich dennoch Gruppierungen wie die Bundesschülerkonferenz von den Protesten am Wochenende losgesagt.

Der Unmut unter jungen Menschen ist nicht neu. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz bekam das im Vorjahr zu spüren, als die Junge Gruppe der Unions-Abgeordneten gegen seine Rentenpläne mobil machte. Viele junge Menschen fürchten um ihre Zukunft.

Wer gehört zur Gen Z?

Als Generation Z, kurz Gen Z, wird die Alterskohorte bezeichnet, die ungefähr zwischen 1995 und 2010 geboren wurde. Ihre Angehörigen werden mitunter auch „Zoomer“ genannt. Sie wuchsen selbstverständlich mit digitalen Medien auf, erlebten jedoch in jungen Jahren zahlreiche Brüche von der Eurokrise über die Migration bis zu Corona. Nun drängt die Generation in einen Arbeitsmarkt, der zunehmend von den allgemeinen wirtschaftlichen Problemen bestimmt wird.

Vor gut sieben Jahren skandierten die Demonstranten von „Fridays for Future“ um Luisa Neubauer: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Damals ging es um das Klima. Dann kam die Pandemie, und eine halbe Generation verbrachte entscheidende Jahre ihres Lebens im Corona-Lockdown zu Hause.

Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten verstärkten die Krisenstimmung. Zugleich wächst die Sorge, dass Künstliche Intelligenz Einsteigerjobs ersetzt; erschwingliche WG-Zimmer sind schon heute Mangelware. Vielen jungen Menschen kommt die Zukunft abhanden. Sie rebellieren gegen marode Schulen, veraltete Ausstattung an den Universitäten, Wohnungsnot und Wehrpflicht.

Luisa Neubauer prägte die Proteste von „Fridays for Future“. (Quelle: IMAGO/Stefan Müller/imago)

Wie es um die Jugend steht, untersucht die Erziehungswissenschaftlerin Nina Kolleck von der Universität Potsdam. Sie erstellt die „Jugendstudie 2026“, eine repräsentative Erhebung, die es seit 2010 gibt.

Kolleck räumt mit einem Missverständnis auf: „Trotz der schwierigen Lage bleibt die Leistungsbereitschaft der jungen Generation hoch. Die große Mehrheit ist bereit, zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.“ Doch sie beobachtet eine Verschiebung: „Gleichzeitig wachsen Zweifel, ob sich Leistung in Deutschland noch lohnt.“ Der Traum vom sozialen Aufstieg, von den eigenen vier Wänden, ist für viele außer Reichweite gerückt.

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