Goldgelbes Gewürz
Was passiert, wenn Sie jeden Tag Kurkuma essen?
17.07.2026 – 16:25 UhrLesedauer: 3 Min.
Kurkuma gilt als entzündungshemmend und gesund. Doch was bringt der tägliche Verzehr wirklich – und wann ist Vorsicht geboten?
Ob im Curry, als goldene Milch oder im Smoothie: Kurkuma (auch Gelbwurz genannt) gehört für viele Menschen inzwischen zum täglichen Speiseplan. Dem gelben Gewürz werden entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Doch ist der tägliche Verzehr aus gesundheitlicher Sicht zu empfehlen?
Als Gewürz meist unbedenklich
Kurkuma enthält den gelben Pflanzenfarbstoff Curcumin, er ist der Hauptwirkstoff in der Wurzel. Als Gewürz kann Kurkuma die Verdauung fördern und leichte Beschwerden wie Blähungen oder ein Völlegefühl nach dem Essen lindern. In den beim Kochen üblichen Mengen gilt Kurkuma als sicheres Lebensmittel.
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Viele Gesundheitsversprechen sind nicht belegt
Curcumin werden zahlreiche Gesundheitseffekte zugesprochen. So soll es etwa vor Krebs, Alzheimer, Diabetes, Parkinson, Arthrose oder Makuladegeneration schützen. Tatsächlich haben Labor- und Tierstudien zwar vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Diese lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Eindeutige wissenschaftliche Belege für die Wirkung beim Menschen fehlen bislang.
Vorsicht bei hoch dosierten Kapseln
Curcumin gibt es auch als Nahrungsergänzungsmittel. Diese enthalten im Unterschied zum Kurkumagewürz konzentrierte Curcumin-Extrakte. Häufig wird ihnen Piperin aus schwarzem Pfeffer zugesetzt, damit der Körper Curcumin besser über den Darm aufnehmen kann. Allerdings kann Piperin auch die Aufnahme und den Abbau bestimmter Medikamente (etwa Blutverdünner, einige Blutdruckmedikamente, Immunsuppressiva) beeinflussen und dadurch Wechselwirkungen begünstigen.
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Auch Curcumin selbst kann Wechselwirkungen hervorrufen. Denn in hohen Dosen kann es Einfluss auf die Leberenzyme nehmen und so dazu führen, dass Medikamente anders als gewohnt wirken. Das gilt etwa für Blutdrucksenker, Antidepressiva, Antidiabetika oder Mittel zur Krebsbehandlung. Überdies wirkt Curcumin leicht blutverdünnend, was in Kombination mit blutverdünnenden Medikamenten (wie Phenprocoumon) ein Problem sein kann.
In seltenen Fällen kann es nach der Einnahme hoch dosierter Curcumin-Präparate zu schweren Leberschäden kommen. Auch Magen-Darm-Beschwerden oder ein erhöhtes Blutungsrisiko sind möglich.
Schwangere und Stillende sowie Menschen mit Gallensteinen sollten auf kurkuma- oder curcuminhaltige Nahrungsergänzungsmittel verzichten, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Gegen die Verwendung als Gewürz bestehen dagegen keine Einwände.
Wie viel Kurkuma oder Curcumin ist noch unbedenklich?
Für Kurkuma als Gewürz gibt es keine feste Verzehrempfehlung. Nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt die tägliche Aufnahme von bis zu 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht als akzeptabel.
