Sechs Modelle im Check

Diese Autos schrieben SUV-Geschichte

15.08.2026 – 08:42 UhrLesedauer: 6 Min.

Toyota RAV4: Die Japaner machten zum Start 1994 keinen Hehl daraus, dass dieses Auto kein Geländewagen, sondern ein Fun-Cruiser ist. (Quelle: Toyota)

Vor 35 Jahren kamen in Deutschland die ersten SUVs in Mode. Für relativ wenig Geld bekommt man ein frühes Modell in gutem Zustand. Sechs Modelle im Check.

Groß, komfortabel und absatzstark: Der SUV-Boom scheint kein Ende zu nehmen, die sportlichen Geländewagen verkaufen sich heute besser als alle anderen Auto-Modelle und -Karosserievarianten. Aber wann schlug eigentlich die Geburtsstunde der automobilen Hochsitze?

Nach ihren Ahnen muss man im Offroad-Bereich suchen. Klassiker wie Toyota Land Cruiser, Nissan Patrol oder Lada Niva fallen einem da ein. Aber das sind waschechte Geländewagen, die seit jeher auch in der afrikanischen Savanne oder in der russischen Taiga taugen müssen. Das moderne Sport Utility Vehicle kann da in der Regel nicht mithalten. Für die Einkaufsstraße in der Stadt braucht man allerdings auch kein Untersetzungsgetriebe. Hauptsache schick soll der Wagen sein – und irgendwie abenteuerlich aussehen.

Erst Lifestyle, dann Komfort

Dies verführte die Hersteller Anfang der Neunziger Jahre dazu, mit den ersten Lifestyle-Offroadern zu experimentieren. Das Ergebnis waren Fun-Cruiser und Crossover wie VW Golf Country oder Toyota RAV4. Später kamen dann die Faktoren Komfort und Motoren-Power dazu – Premium-SUV wie Mercedes ML, BMW X5 oder Porsche Cayenne waren geboren. Sie überrollten mit ihrer schieren Masse den aufblühenden SUV-Markt.

Gute 30 Jahre ist das nun her, und die ersten Exemplare von Mercedes ML oder BMW X5 kommen bald ins Oldtimeralter. Wirklich geschätzt als automobile Klassiker werden die frühen SUV aber noch nicht, sagt Frank Wilke von der Sachverständigenorganisation Classic Analytics in Bochum.

Frühe SUVs will kaum jemand haben

„Was diese Fahrzeuge eint, ist der Umstand, dass sie – mit Ausnahme des Golf Country – kaum jemand haben will.“ Hauptgrund sei wohl, dass sie überschaubaren Fahrspaß mit „teilweise horrenden Unterhaltskosten“ oder schlechter Ersatzteilversorgung (wie bei Opel und Toyota) verbänden. „Hinzu kommt ein Negativimage, das – atypisch im Oldtimerbereich – von den modernen SUVs auf ihre Vorgänger abstrahlt“, so Wilke.

Die oft über zwei Tonnen schweren Stadtpanzer mögen bequem und komfortabel sein, doch Größe und Spritkosten sind enorm. Das gilt auch für die frühen Luxus-SUVs der Neunziger, vor allem wenn sie mit wuchtigen Achtzylinder-Motoren ausgestattet sind.

Der Vorteil: Durch das Negativimage bleiben die Preise bislang moderat. Für um die 10.000 Euro findet man bereits klassische SUVs in passablem Zustand. Für Young- und Oldtimer dieser Größe ist das nicht viel Geld. Hier sind sechs frühe SUV mit Klassiker-Potenzial – alle Preise beziehen sich auf Autos in gepflegtem Zustand laut Classic Analytics:

VW Golf Country (1990 bis 1991)

Der kleine Matscho: Lediglich von 1990 bis 1991 hat VW den Golf Country produziert. (Quelle: Volkswagen)

Er gehört zu den größten Flops von Volkswagen und gilt doch als Mitbegründer der SUV-Welle: der VW Golf Country. Wie das zusammen passt? Nun, eigentlich war es eine geniale Idee der VW-Konstrukteure, einen Golf im Offroad-Look aufzulegen – sie kam nur etwas zu früh. Bereits 1990 rollte der Golf Country auf den Markt. Basis war der solide Golf II Synchro mit Allradantrieb. Bei Steyr-Daimler-Puch in Österreich wurde dessen Karosserie mit einem Stahlrohrrahmen um zwölf Zentimeter höher gelegt. Dazu kommen verstärkte Federn und Dämpfer sowie Rammschutzbügel an Front und Heck.

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