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You are at:Home»Politik»Das ist eine Fata Morgana
Politik

Das ist eine Fata Morgana

wochentlich.deBy wochentlich.de15 Oktober 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Das ist eine Fata Morgana
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Früher war das, wie gerade dargestellt, auch nicht anders. Man kann übrigens auch die Gegenfrage stellen: Wäre es „gerechter“, mehr junge Menschen einzuziehen als die Bundeswehr tatsächlich benötigt? Ich glaube, die Antwort ist nein.

Ziel des Wehrdienst-Gesetzes ist es vor allem, die Reserve zu stärken, damit die Bundeswehr im Kriegsfall genügend Kräfte zur Verteidigung hat. Ist eine Wehrpflicht per Los hierfür das richtige Mittel?

Mehr Reservisten gewinnt man durch eine Vermehrung der Zahl aktiver Soldaten, insbesondere kurzdienender Wehrpflichtiger und Zeitsoldaten. Wenn sie nach zum Beispiel 12 Monaten oder zwei Jahren wieder ausscheiden, verstärken sie die Reserve. Das Ziel des Gesetzes ist absolut richtig. Anstatt wie der Nato zugesagt 200.000 haben wir derzeit nur etwa 40.000 schnell aktivierbare Reservisten, die wir kurzfristig einberufen könnten. In der Vergangenheit gab es die Verirrung, dass das Heil der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands darin liege, Ungediente in ein paar Wochenendkursen zu Reservisten ausbilden zu wollen. Das war eine abenteuerliche Notlösung. Wir brauchen stattdessen, ganz klassisch, wieder eine große Zahl von jungen Leuten, die jedes Jahr neu in die Bundeswehr hinein- und auch wieder herausgehen. Sobald sie draußen sind, sind das die Reservisten, die Deutschland braucht. Ein weiteres Argument für das Wiederaufleben der Wehrpflicht.

Auch in der aktiven Truppe klaffte eine Personallücke. Rund 80.000 Soldaten fehlen aktuell, um die deutsche Zusage an die Nato zu erfüllen. Kann die Wehrpflicht auch für mehr aktive Soldaten sorgen?

Klar! Nicht wenige Wehrdienstleistende haben sich in der Vergangenheit als Zeitsoldaten weiterverpflichtet, weil sie Gefallen daran gefunden haben. Das wird voraussichtlich wieder so sein. Und natürlich muss schon der Grundwehrdienst so ausgestaltet sein, dass er die aktive Truppe verstärkt und nicht nur Ausbildungsressourcen bindet. Das gab es alles schon mal, wir müssen das Rad nicht neu erfinden.

Reicht die Dauer von sechs Monaten für den Wehrdienst aus Ihrer Sicht?

Nein, das ist zu wenig. Aus meiner Sicht müsste der Wehrdienst wenigstens ein Jahr dauern. Die Soldaten sollten nach ihrer Grundausbildung in regulären Verbänden echte militärische Aufgaben übernehmen, als Grenadier, Jäger, Ladeschütze, Fernmelder, Logistiker. Das Heer wird voraussichtlich mehr als 50 neue Bataillone aufstellen müssen, um die Nato-Verpflichtungen zu erfüllen. Wo kommen die 500 bis 700 ausgebildeten Soldaten pro Bataillon dann her? Das werden in Zukunft auch Wehrpflichtige sein müssen oder kurz dienende Zeitsoldaten.

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