
Experten erklären
Tüten-Cent: Das steckt dahinter
13.01.2026 – 11:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Beim Discounter haben sich die Preise für Knotenbeutel verdoppelt. Hinter der Erhöhung stecken wirtschaftliche und umweltpolitische Motive, die kontrovers diskutiert werden.
In einer Befragung mit 2.130 t-online-Lesern geben knapp zwei Drittel (63 Prozent) an, dass Knotenbeutel weiterhin kostenlos bleiben sollten, da diese wichtig für den Einkauf sind. Knapp jeder 11. (8,8 Prozent) findet, dass die niedrige Bepreisung ausreicht und eine weitere Preiserhöhung nicht notwendig ist.
Doch nicht jeder steht den Tüten derart positiv gegenüber. Jeder Fünfte (21,6 Prozent) fordert, dass Knotenbeutel komplett verboten werden sollen. Ein weiterer, kleiner Teil (4,7 Prozent) hält eine Preiserhöhung auf mindestens 20 Cent pro Tüte für sinnvoll.
Damit stehen sie nicht allein da. Auch die Deutsche Umwelthilfe fordert ein sofortiges Verbot der Plastiktütchen für Obst und Gemüse. „Ein Aufpreis von einem oder auch zwei Cent wird an diesem massenhaften Verbrauch jedoch nichts ändern.“ Laut der DUH klinge es „wie blanker Hohn“, wenn Supermarktketten wie Kaufland oder Aldi durch die Bepreisung von einem oder zwei Cent ihre Kunden für einen bewussteren Verbrauch von Einwegplastik sensibilisieren möchten. „Mit Umweltschutz hat das wenig zu tun“.
Laut dem Verband steckt hinter der Bepreisung ein anderer Grund: „Tatsächlich trägt der Aufpreis lediglich zur Refinanzierung der eingekauften und angebotenen Hemdchentüten bei.“ Das Unternehmen punktet also doppelt: Zum einen gilt es als umweltbewusster, zum anderen als serviceorientiert – schließlich vereinfachen die Plastikbeutel den Einkauf von Obst, Gemüse und anderer kleinteiliger Ware.
Ob die Handelsketten die Preise weiter erhöhen und was hinter der Bepreisung steckt, teilten sie auf Nachfrage von t-online nicht mit. Man äußere sich „grundsätzlich nicht zu Preisentwicklungen auf Artikelebene“, erklärte etwa Aldi Nord. Kaufland teilte mit, dass der Preis für den Knotenbeutel „aktuell weiterhin bei 0,01 Euro“ liege. Auf die Frage zur Preisgestaltung geht der Konzern nicht ein.













