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You are at:Home»Gesundheit»Darmkrebs tritt laut Studie nach Blinddarm-OP seltener auf
Gesundheit

Darmkrebs tritt laut Studie nach Blinddarm-OP seltener auf

wochentlich.deBy wochentlich.de29 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Studie zu Blinddarmentzündung

Blinddarm-OP könnte Jahre später Vorteile haben


29.09.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 3 Min.

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Mann mit Schmerzen im Unterleib rechts: Eine Blinddarmentzündung kann in jedem Alter auftreten, besonders häufig jedoch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. (Quelle: elenaleonova/getty-images-bilder)

Eine neue Studie liefert überraschende Ergebnisse: Demnach trat nach einer Blinddarm-OP später seltener Darmkrebs auf als nach einer Antibiotikabehandlung.

Eine akute Blinddarmentzündung (Fachausdruck Appendizitis) ist meist ein medizinischer Notfall, bei dem der entzündete Wurmfortsatz meist operativ entfernt wird. Bei ausgewählten Patienten mit unkompliziertem Verlauf kann heutzutage aber auch eine Behandlung mit Antibiotika infrage kommen.

Bislang haben Studien vor allem untersucht, wie sich eine Antibiotikatherapie im Vergleich zur OP auf mögliche Rückfälle und Komplikationen auswirkt. Ein Forschungsteam um Valentine Nfonsam, den stellvertretenden Direktor der chirurgischen Abteilung an der Morehouse School of Medicine in Atlanta, wollte nun wissen, ob es langfristige Folgen für das Krebsrisiko hat, wenn der Wurmfortsatz im Falle einer Entzündung nicht entfernt wird. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf dem diesjährigen Kongress des American College of Surgeons.

Was ist der Blinddarm?

Bei einer Blinddarmentzündung ist genau genommen nicht der Blinddarm selbst entzündet (fachsprachlich Caecum), sondern sein sogenannter Wurmfortsatz. Dabei handelt es sich um einen schmalen, mit Schleimhaut ausgekleideten Schlauch, der am Anfang des Dickdarms sitzt. Der medizinische Fachbegriff für den Wurmfortsatz lautet Appendix vermiformis.

Deutlich weniger Darmkrebsfälle nach OP

Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler Gesundheitsdaten von mehr als 30.000 Menschen mit akuter Blinddarmentzündung aus. Sie verglichen Patienten, die operiert wurden, mit solchen, die ausschließlich Antibiotika erhalten hatten.

Das Ergebnis: In der Gruppe mit Blinddarm-OP wurde später bei 110 Patienten Darmkrebs festgestellt, das entspricht 0,7 Prozent. In der Antibiotika-Gruppe waren es 254 Patienten beziehungsweise 1,7 Prozent. Damit war das relative Risiko für eine spätere Darmkrebsdiagnose nach einer Operation um 58 Prozent niedriger.

Wie lässt sich das Ergebnis erklären?

Die genauen Gründe für den beobachteten Zusammenhang sind unklar. Eine mögliche Erklärung: Die Blinddarmentzündung könnte in manchen Fällen ein frühes Anzeichen für einen bereits vorhandenen Darmkrebs sein. Ein Tumor im Dickdarm könnte etwa den Zugang zum Wurmfortsatz verengen und dadurch eine Entzündung auslösen.

Eine Operation bietet zudem den Vorteil, dass das entfernte Gewebe anschließend feingeweblich untersucht werden kann. Ist dieses auffällig, können Ärzte weitere Untersuchungen veranlassen. Bei einer reinen Antibiotikatherapie entfällt diese direkte Gewebeprüfung zunächst.

Auch biologische Faktoren könnten relevant sein. Der Wurmfortsatz galt lange als überflüssiges Organ. Neuere Forschung deutet jedoch darauf hin, dass er eine Rolle für das Darmmikrobiom spielt und an Immunprozessen beteiligt ist. Ob anhaltende Entzündungen oder Veränderungen der Darmflora zur Entstehung von Darmkrebs beitragen, ist ungewiss.

„Diese Ergebnisse sollten nicht so verstanden werden, dass jeder Mensch mit einer Blinddarmentzündung eine Blinddarm-OP braucht, um Krebs vorzubeugen“, betont Nfonsam. Antibiotika blieben weiterhin eine wichtige Behandlungsoption.

Studie hat Grenzen

Die Forschungsarbeit hat verschiedene Einschränkungen. So beruht die Untersuchung etwa auf einer rückblickenden Auswertung von Gesundheitsdaten. Die Patienten wurden also nicht zufällig einer Behandlung zugeteilt. Außerdem werden Antibiotika vor allem bei unkomplizierten Entzündungen eingesetzt, während bei komplizierten Verläufen meist operiert wird. Die Patientengruppen können sich daher trotz statistischer Anpassung in weiteren, nicht erfassten Merkmalen unterscheiden.

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