Mordfall Fabian
Freundin von Gina H.: „Dann pack‘ ich alles aus“
Aktualisiert am 18.06.2026 – 14:57 UhrLesedauer: 3 Min.
Am Donnerstag fand der 13. Verhandlungstag im Fall Fabian statt. Eine Freundin von Gina H., die von der Angeklagten zum Fundort der Leiche geführt wurde, machte dabei belastende Aussagen.
Am 13. Prozesstag im Mordfall Fabian hat das Landgericht Rostock die langjährige Freundin der Angeklagten Gina H. als Zeugin vernommen. Heike M. gehörte zu den ersten Personen am Fundort der Leiche des Achtjährigen bei Klein Upahl. Vor Gericht schilderte sie die Stunden vor der offiziellen Entdeckung des Jungen und berichtete von Gesprächen mit der Angeklagten. Dabei belastete sie Gina H. mit mehreren Aussagen.
Die beiden Frauen kennen sich bereits seit Jahren. Sie teilen ihre Leidenschaft für Pferde, gingen gemeinsam mit ihren Hunden spazieren und blieben auch nach dem Umzug der Angeklagten in Kontakt.
Vor dem Landgericht Rostock schilderte Heike M. am Donnerstag detailliert den Tag, an dem die Leiche des achtjährigen Fabian offiziell entdeckt wurde.
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„Wir haben ihn gefunden. Er ist tot.“
Vor Gericht gab Heike M. an, dass sie am Morgen des 14. Oktober von der Angeklagten angerufen wurde. Gina H. habe sie geweckt und erklärt: „Wir haben ihn gefunden. Er ist tot.“ In mehreren Telefonaten sei anschließend über das weitere Vorgehen gesprochen worden. Heike M. habe immer wieder gefragt, ob die Polizei bereits informiert sei. Gina H. habe dies zunächst verneint und erklärt, dass sie das nicht tun könne.
Die Frauen sollen auch darüber gesprochen haben, den Leichenfund gegenüber der Polizei mit der Behauptung erklären zu wollen, dass Heike M.s Hund an dieser Stelle entlaufen sei. Schließlich sei sie mit Gina H. zusammen zur Fundstelle in Klein Upahl gefahren. Sie habe befürchtet, Fabian könne sonst unentdeckt bleiben, erklärt die Zeugin ihr Verhalten vor Gericht.
Heike M. sollte niemanden „mit reinziehen“
Dort habe Gina H. sie gezielt zu der Stelle geführt, an der die Leiche lag. Die auf eine Gehhilfe angewiesene Heike M. sei auf dem Weg geblieben, Gina H. sei alleine zu dem Fundort hinuntergegangen. „Von da an hatte ich das Gefühl, ich hab eine 3D-Brille auf und bin im falschen Film“, sagte Heike M. vor Gericht. Wenige Minuten später sei die Angeklagte zurückgekehrt und habe gesagt, Fabian liege noch dort und sehe „schlimmer aus als beim ersten Mal“.
Nach ihrer Rückkehr habe Gina H. schließlich die Polizei verständigt. Bis die Beamten eintrafen, sei die Angeklagte ruhig geblieben und habe an ihrem Handy gespielt, schilderte Heike M. vor Gericht. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters berichtete die Zeugin zudem, Gina H. habe ihr nahegelegt, „keinen mit reinzuziehen“.
