„Will es meinen Kindern zeigen“
Bestzeit angepeilt: Dreifach-Mutter gibt umjubeltes Comeback
03.06.2026 – 18:58 UhrLesedauer: 3 Min.
Acht Jahre nach dem Sieg in Roth will Triathletin Daniela Bleymehl dort wieder auf Bestzeitkurs gehen – und das alles als mittlerweile dreifache Mutter. Wie schafft die 37-Jährige das?
Die beiden jüngsten Kinder schlafen oft noch, wenn die Mama von der ersten Trainingseinheit wieder nach Hause kommt. Um fünf Uhr steht Daniela Bleymehl auf: Schwimmen steht dann meist auf dem Programm. Ihr Leben als Profi-Sportlerin führt die 37 Jahre alte Weltklasse-Triathletin mit mittlerweile drei Kindern. Interviews werden auch mal per Video mit der nicht mal ein Jahr alten Tochter auf dem Schoß geführt. Improvisation ist gefragt.
„Am Rennwochenende habe ich natürlich schon ganz gerne eine gewisse Ordnung, aber dann stehen manche Sachen auf einmal da und 20 Sekunden später schon wieder woanders“, erzählt Bleymehl, die mit ihrer Familie in Darmstadt lebt. Aber irgendwie funktioniert dann doch alles.
Bleymehl will in Roth auf Bestzeitjagd gehen
Und Bleymehl will es in diesem Jahr noch mal wissen. Die Hawaii-Quali hat sie, ein Zimmer ist auch gebucht, vorher aber steht die Challenge Roth am 5. Juli an. Acht Jahre nach ihrem Sieg will sie dort auf persönliche Bestzeitjagd gehen. „Sportlich träume ich davon, mich selbst noch mal zu übertreffen und in Roth mein volles Potenzial abzurufen“, sagt sie. „Meine Voraussetzungen sind heute andere als früher, aber genau deshalb möchte ich meinen Kindern zeigen, dass Leidenschaft, harte Arbeit und große Ziele ihren Wert nie verlieren.“
Bleymehl zählt im Langstrecken-Triathlon seit Jahren zur Weltklasse – auch wegen der Kinder. „Die Schwangerschaften geben einem auch eine Pause für den Kopf“, erklärt sie. Mal rauskommen aus dem Kampf um die letzten Leistungsreserven im Wasser, auf dem Rad oder beim Laufen, das kann auch helfen. „Permanent an dieser Maximalgrenze zu sein, kann einen auch ausbrennen lassen. Ich glaube, dann hätte meine Karriere nicht ganz so lange gedauert“, betont Bleymehl.
Erfolge nach den Babypausen – und das bei jedem Kind
Eine Karriere, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass Bleymehl, geborene Sämmler, nach den Geburten ihrer Kinder schnell wieder Erfolge feierte. 2011 bekam sie ihr erstes Kind, einen Sohn. Im Jahr darauf wiederholte Bleymehl dann ihren Sieg beim einst als Frühjahrsklassiker gefeierten Triathlon über die olympische Distanz in Buschhütten, den sie schon 2010 gewonnen hatte. 2015 siegte sie beim Ironman auf Mallorca über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen.
2021 kam dann ihr zweites Kind auf die Welt – und wieder gelang ihr im Jahr darauf nach der Babypause ein starkes Comeback. Bleymehl triumphierte beim Ironman in Südafrika und in Frankfurt. Im vergangenen Jahr musste sie die Saison früh abbrechen, das dritte Kind war auf dem Weg.
