Streit um „Zeit“-Gespräch
Collien Fernandes reagiert auf Christians Ulmens Absage
04.06.2026 – 17:40 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach Christian Ulmens zurückgezogenen „Zeit“-Zitaten äußert sich nun Collien Fernandes bei t-online – und findet deutliche Worte.
Collien Fernandes reagiert auf das Schweigen ihres Ex-Mannes Christian Ulmen. Unter der Überschrift „Herr Ulmen möchte nun doch nicht“ schreibt die „Zeit“, dass die Redaktion der Zeitung stundenlange Interviews mit Christian Ulmen sowie dessen Anwalt Christian Schertz geführt habe. Hintergrund sind die schweren Vorwürfe von Fernandes gegen den Schauspieler. Eine Veröffentlichung der Gesprächsinhalte sei jedoch nicht möglich, da die erforderliche Freigabe von Ulmen letztlich nicht erteilt worden sei. Auf Anfrage von t-online reagiert jetzt Collien Fernandes auf das zurückgezogene Interview.
„Es ist natürlich ungünstig, wenn getätigten Falschaussagen, Belege gegenübergestellt werden, die diese Lügen enttarnen. Dann zieht man vielleicht doch lieber all seine Aussagen zurück“, sagt sie und ergänzt: „Ich denke, langsam sollte man, wenn man noch so etwas wie Restwürde, ein Gewissen oder Anstand besitzt, auch öffentlich zu dem stehen, was man getan und ohnehin schon zugegeben hat. Alles andere ist komplett würdelos. Hierfür hätte man so ein Interview nutzen können, stattdessen schlug man weiterhin den Weg der Lüge und des Verdrängens ein, hoffte wohl, dass man damit nicht auffliegt.“
Auch die Kanzlei Schertz Bergmann von Ulmens Anwalt Christian Schertz äußerte sich etwa zeitgleich am Donnerstag auf der Plattform X zu dem Thema. Die „Zeit“ hatte formuliert, bei dem Gespräch mit Ulmen habe es sich um ein Interview gehandelt. Die Kanzlei behauptet nun jedoch, es sei ein Hintergrundgespräch gewesen, es habe sich also um vertrauliche Informationen gehandelt.
„Im Nachgang des Gesprächs entschied sich unser Mandant Christian Ulmen dann aus höchstpersönlichen Gründen dagegen, die Preisgabe von Informationen und entsprechende Zitate zu autorisieren“, heißt es in dem Statement der Anwälte, die Ulmen nach eigenen Angaben jedoch ausdrücklich zur Autorisierung geraten hätten. Aus ihrer Sicht wäre diese geeignet gewesen, „ihn zu Wort kommen zu lassen, Dinge klarzustellen und falschen oder verzerrten Darstellungen in der Berichterstattung des ‚Spiegel‘ entgegenzutreten“.
Zudem kritisiert die Kanzlei, dass die „Zeit“ überhaupt über das Gespräch mit Ulmen berichtet hat. Zur Vertraulichkeit gehöre, so etwas nicht ohne Zustimmung des Betroffenen publik zu machen.
„Führt endgültig ad absurdum“
Die „Zeit“-Autorinnen hatten in ihrem Bericht die folgenden Fragen veröffentlicht, auf die Ulmen „umfassende Antworten“ gegeben habe: „Was hat er getan? Warum? Ist er da einem Fetisch nachgegangen? Wollte er seine Ex-Frau erniedrigen? Oder beides?“ Die Kanzlei schreibt dazu: „Dass die ‚Zeit‘-Autorinnen in ihrem aktuellen Artikel sogar so weit gehen, konkret zu schildern, zu welchen Fragen sich unser Mandant Christian Ulmen in dem Gespräch geäußert und wie er gewirkt habe, führt die Idee eines Hintergrundgesprächs endgültig ad absurdum.“
