Laut Studie

Diese Organerkrankung bleibt oft lange unentdeckt


29.06.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Arzt zeigt auf das Modell einer Niere (Symbolbild): Pro Jahr sterben etwa 27.000 Menschen an den Folgen einer chronischen Nierenkrankheit. (Quelle: peakSTOCK/getty-images-bilder)

Chronische Nierenerkrankungen verursachen oft lange keine Beschwerden. Doch wie eine Studie zeigt, weisen viele Menschen bereits erhöhte Werte auf, ohne davon zu wissen.

Eine chronische Nierenkrankheit (früher auch als Nierenversagen oder Niereninsuffizienz bezeichnet) entwickelt sich schleichend und bleibt dadurch häufig unbemerkt – genau das könnte für viele Menschen zum Problem werden. Denn ist das Organ erst einmal geschädigt, lässt sich das nicht rückgängig machen. Eine Auswertung der Nako-Gesundheitsstudie legt nahe, dass deutlich mehr Menschen in Deutschland betroffen sein könnten als bisher bekannt.

Gut zu wissen

Die Nako-Gesundheitsstudie ist die größte Langzeit-Bevölkerungsstudie in Deutschland. Ihr Ziel ist es, Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erforschen.

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Viele Auffälligkeiten – aber kaum Diagnosen

Für die Analyse werteten Forscher des Universitätsklinikums Freiburg Blutproben von rund 195.000 Erwachsenen sowie Urinproben von etwa 35.000 Teilnehmenden aus. Besonders auffällig: In der Urinanalyse lagen bei rund jeder sechsten Person (17,5 Prozent) Hinweise auf eine eingeschränkte Nierengesundheit vor. Dennoch berichteten nur etwa vier Prozent dieser Betroffenen, dass bei ihnen bereits eine Nierenerkrankung diagnostiziert worden war.

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Auch die Blutuntersuchungen zeigten eine ähnliche Tendenz: Rund 5.000 Teilnehmer wiesen Auffälligkeiten der Nierenfunktion auf. Doch nur 875 gaben an, eine entsprechende Diagnose erhalten zu haben.

Warum das gefährlich sein kann

Eine chronische Nierenerkrankung verursacht anfangs meist keine Beschwerden. Bleibt sie unentdeckt, kann sie jedoch fortschreiten und im schlimmsten Fall eine Dialyse oder Nierentransplantation erforderlich machen.

Eine frühzeitige Diagnose könnte den Forschern zufolge helfen, den Verlauf mithilfe passender Therapien zu verlangsamen oder schwere Komplikationen zu verhindern.

Gut zu wissen

Etwa neun Millionen Menschen in Deutschland haben eine diagnostizierte chronische Nierenkrankheit. Die meisten Betroffenen sind älter als 60 Jahre. In etwa 100.000 Fällen ist die Erkrankung so weit fortgeschritten, dass eine Dialyse notwendig ist – Tendenz steigend. Pro Jahr erhalten zudem rund 2.000 Menschen eine Spenderniere.

Auffällige Werte sind noch keine Diagnose

Die Forscher betonen, dass sich allein anhand auffälliger Blut- oder Urinwerte keine Nierenerkrankung nachweisen lässt: Für eine gesicherte Diagnose sind weitere Untersuchungen und Kontrollmessungen nötig.

Die Ergebnisse legen jedoch nahe, dass es bei der Abklärung und Nachverfolgung auffälliger Befunde vonseiten der Ärzte Verbesserungspotenzial geben könnte. Möglich sei auch, dass Patienten von ihrem Arzt nicht ausreichend über ihre Untersuchungsergebnisse informiert wurden.

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