Hannover 96
Aufstieg verspielt – und trotzdem soll der Trainer weitermachen
Aktualisiert am 19.05.2026 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Drei Punkte fehlten, am Ende wurde es für Hannover 96 nur Platz vier. Sportdirektor Ralf Becker betont dennoch: Eine Trainerdebatte gibt es nicht.
Hannover 96 hält nach dem verpassten Aufstieg in die Bundesliga offenbar an Trainer Christian Titz fest. Sportdirektor Ralf Becker schloss eine Trennung nach dem letzten Saisonspiel bei Sky aus. „Es gibt überhaupt keine Trainer-Diskussion. Das ist totaler Quatsch“, sagte Becker. Man sei fest davon überzeugt, in dieser Konstellation erfolgreich sein zu können.
Das Saisonende verlief für Hannover alles andere als wunschgemäß. Im letzten Spiel trennten sich die 96er 3:3 vom 1. FC Nürnberg. Statt die SV Elversberg noch vom zweiten Aufstiegsplatz zu verdrängen, rutschten die Niedersachsen in der Abschlusstabelle sogar noch hinter den SC Paderborn auf den vierten Platz zurück und verpasste auch den Relegationsplatz.
- Hannover 96 verpasst den Aufstieg: Das sagen die Fans dazu
„Das tut richtig, richtig weh“
Kapitän Enzo Leopold fand nach dem Abpfiff deutliche Worte: „Es ist unfassbar bitter, dass du eine so gute Saison am letzten Spieltag nicht krönen kannst. Das tut richtig, richtig weh.“
Titz verwies bei aller Enttäuschung darauf, dass der große Kaderumbau bereits im vergangenen Sommer stattfand. „Wir haben mit dieser Mannschaft eine Basis geschaffen mit 20 Spielern, die wir unter Vertrag haben. Es ist klar, dass wir uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und austauschen werden: Wie gehen wir die nächsten Schritte weiter?“, sagte der Trainer.
„Was hier in den letzten Monaten geschehen ist: Wie diese Stadt den Verein gelebt und die Mannschaft unterstützt hat, das ist außergewöhnlich. Das ist nicht selbstverständlich, wie sich hier alle begegnet sind.“
Nun hängt es auch an den Geldgebern von Hannover 96
Wie der Ist-Zustand in Hannover nun bewertet wird – als brauchbares Fundament für den nächsten Anlauf in der Saison 2026/27 oder als Scheitern in einer aussichtsreichen Situation – hängt auch von den Geldgebern ab: Aufsichtsratschef Martin Kind, Drogerie-Unternehmer Dirk Roßmann und Mitgesellschafter Gregor Baum müssten ihn mitfinanzieren. Zudem sucht der Klub noch einen neuen Sport-Geschäftsführer, der als Vorgesetzter von Becker fungieren soll.
Aufmunternde Worte kamen ausgerechnet vom Gegner. FCN-Trainer Miroslav Klose wandte sich nach dem Spiel an die Hannoveraner: „Wir wissen, was das Stadion hier für eine Energie hat. Und was dieser Gegner für Spieler hat. Ihr seid stark genug. Nächste Saison müsst ihr wieder angreifen. Dafür wünsche ich euch alles Gute!“
