EU will illegalen Tierhandel eindämmen
Chip-Pflicht kommt: Das sollten Besitzer darüber wissen
Aktualisiert am 27.11.2025 – 13:25 UhrLesedauer: 3 Min.
Tierhandel ist ein Milliardengeschäft – das zieht auch Kriminelle an. In der EU gibt es jetzt eine Einigung auf strengere Regeln, die auch Auswirkungen auf Tierbesitzer haben.
Die EU will den illegalen Handel mit Hunden und Katzen eindämmen und den Schutz dieser Tiere verbessern. Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten einigten sich in Straßburg unter anderem darauf, dass alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen durch einen Mikrochip identifizierbar sein müssen.
Für die Chip-Pflicht gibt es mehrjährige Übergangsfristen. Für Hunde greift sie nach Angaben des Parlaments nach 10 und für Katzen nach 15 Jahren. Für Händler greifen die neuen Regeln demnach bereits nach vier Jahren. Die Einigung muss noch formell von Parlament und EU-Staaten bestätigt werden.
Die Einigung geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission von 2023 zurück. Die Behörde hatte ihren Vorschlag unter anderem damit begründet, dass hohe Preise und eine steigende Nachfrage Anreize für illegale Geschäftemacher seien. „Der illegale Handel hat durch die Online-Werbung und die Nutzung sozialer Medien stark zugenommen, da die Täter problemlos ein breites Publikum erreichen können“, so die Kommission.
Die Behörde teilte damals auch mit, EU-Recht gelte bislang unter anderem nur für Hunde und Katzen, die für wissenschaftliche Zwecke bestimmt seien oder etwa zu gewerblichen Zwecken transportiert würden.
Laut EU-Kommission fälschten Kriminelle Dokumente, einschließlich falscher Impfzeugnisse für schwere Seuchen wie die Tollwut. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese begrüßte den Vorschlag. „Es ist extrem wichtig, dass wir der Hundemafia das Handwerk legen und der Beschluss wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten“, teilte Liese mit.
Wie sollen die Regeln illegalen Welpenhandel stoppen?
Mit der verpflichtenden Kennzeichnung von Hunden und Katzen sollen Herkunft und Gesundheitsstatus verlässlich nachgeprüft werden können. Damit soll es schwieriger werden, Hunde und Katzen, die rechtswidrig gehalten oder in die EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen. Für die luxemburgische Grünen-Abgeordnete Tilly Metz eine sinnvolle Maßnahme. „Diese kostengünstige Maßnahme ermöglicht die Rückverfolgung der Tiere, deckt kriminelle Netzwerke auf und entlastet die Kommunen“, so Metz.
Künftig müssen Zuchtbetriebe laut Metz sicherstellen, dass Katzen und Hunde erst ab einem bestimmten Alter zur Zucht eingesetzt werden. Außerdem brauche es ausreichend Platz, Beschäftigungsmöglichkeiten und Qualzuchten würden der Vergangenheit angehören, so die Abgeordnete.
Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes können bestimmte angezüchtete Merkmale bei Tieren zu einem Leben mit Schmerzen und Schäden führen. Der Großteil kurzköpfiger Hunde leide etwa unter Atemnot.
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Für Katzen ist etwa vorgesehen, dass Tiere mit gesundheitlich belastenden Merkmalen künftig weder für Zucht noch für Wettbewerbe eingesetzt werden dürfen. „Damit setzen wir klare Grenzen gegenüber Praktiken, die zu unnötigem Tierleid führen“, so Liese.
Ja. Unter anderem wird es laut EU-Staaten verboten, Wildtiere mit Haustieren zu paaren. Laut dem deutschen Tierschutzbund bedeutet es beispielsweise für weibliche Katzen Schmerzen und Stress, wenn sie mit einem Wildkater zwangsverpaart werden. „Durch den Größenunterschied und den Nackenbiss wird sie dabei häufig verletzt“, heißt es.
