Nach Vorwürfen und Palastreaktion
„Es war ein Versuch, mich zu manipulieren“
Aktualisiert am 22.09.2026 – 16:40 UhrLesedauer: 2 Min.
In seinem neuen Buch erhebt Charles Spencer Vorwürfe gegen den heutigen König Charles III. Der Palast reagierte schnell. Laut Spencer ein Manipulationsversuch.
Vergangene Woche veröffentlichte die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“ einen ersten Auszug aus Charles Spencers Buch „Swan Song. Diana, meine Schwester“. Darin erhebt Spencer schwerwiegende Anschuldigungen gegen seinen ehemaligen Schwager, den jetzigen König Charles III. Aus dem Buckingham-Palast folgte 90 Minuten nach Veröffentlichung eine Stellungnahme. Dazu hat sich jetzt wiederum Charles Spencer im Gespräch mit dem „Stern“ geäußert.
Spencer sagte: „Es war ein Versuch, mich zu manipulieren. Man wollte mir einreden, meine Aussagen seien höchst fragwürdig. Es ist beleidigend, wenn die eigenen klaren Erinnerungen infrage gestellt werden, auch wenn das nur indirekt geschehen ist. Die Wortwahl war sehr geschickt.“
Palast reagiert umgehend
Konkret hatte es aus dem Palast geheißen: „Während wir zu Büchern aus Prinzip keinen Kommentar abgeben, ist sich Seine Majestät bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer den Verstand vernebeln, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung auf eine Weise verfälschen, die andere selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust nicht wiedererkennen.“
Eine überraschend deutliche Wortwahl, lautet das Mantra der Royal Family bei negativer Berichterstattung doch eigentlich: „Never complain, never explain“, was auf Deutsch bedeutet: „Niemals beschweren, niemals erklären.“ Rechtfertigungen dieser Art sind für die britische Königsfamilie also sehr ungewöhnlich.

Wenig später meldeten sich Insider zu Wort und berichteten in der britischen Presse über das Verhalten des heutigen Königs nach dem Unfalltod seiner Ex-Frau am 31. August 1997. Er sei „ein Mann in tiefer Trauer“ gewesen, hieß es da unter anderem. Im Gespräch mit „The Sun“ erläuterte der Insider auch Zweifel an Charles Spencers Motivation hinter seinem Buch. Die Person fragte sich, ob die Anschuldigungen „des Geldes wegen in die Öffentlichkeit gebracht werden“.
Auch hierzu scheint Charles Spencer eine deutliche Meinung zu haben. Er sagte dem „Stern“: „Und dann wurden Leute mobilisiert. Es gibt in England viele Speichellecker des Königshauses, die sich zu Wort meldeten und Dinge gegen mich vorbrachten. So gehen sie immer vor.“
Ließ Prinz Charles gezielt Lügen über Charles Spencer verbreiten?
Ähnliches behauptet Spencer in seinem Buch, das seit dem 22. September im Handel erhältlich ist. In „Swan Song“ schreibt er: „Doch die Boulevardpresse setzte ihren Rachefeldzug gegen mich noch jahrelang fort, angestachelt durch das Umfeld von Prinz Charles.“ Vom Betreiber einer PR-Agentur habe Spencer erfahren, „dass einer der engsten Mitarbeiter des Prinzen häufig mit dem Auftrag kam, Lügen über mich (sowie über verschiedene Verwandte des Prinzen) an die Zeitungen durchsickern zu lassen.“ Dabei sollten keine Rückschlüsse auf die Royal Family als Urheber gezogen werden können.
„Die unentwegte Hetzkampagne aus allen möglichen Richtungen fügte meinem Ruf in der Heimat und im Ausland schweren Schaden zu“, schreibt Charles Spencer. Er habe deshalb mehr als einmal an Suizid gedacht, sich jedoch für seine Kinder anders entschieden. Ein Gedanke habe ihm zudem besonders geholfen: „Diana musste viel mehr und viel Schlimmeres ertragen, und sie hat nie aufgegeben.“