Parteitag in Neukölln
CDU nominiert Kai Wegner als Spitzenkandidaten
Aktualisiert am 10.06.2026 – 01:15 UhrLesedauer: 3 Min.
Kai Wegner geht als Spitzenkandidat der Berliner CDU in die Abgeordnetenhauswahl. Beim Parteitag bekam er eine klare Mehrheit.
Knapp dreieinhalb Monate vor der Abgeordnetenhauswahl im September hat die Berliner CDU Kai Wegner als ihren Spitzenkandidaten nominiert. Auf einem Landesparteitag in Berlin-Neukölln stimmte eine breite Mehrheit der Delegierten für den CDU-Landesvorsitzenden und Regierenden Bürgermeister. Auf Wegner entfielen in geheimer Wahl 252 von 272 abgegebenen Stimmen, ein Anteil von 92,6 Prozent.
Allerdings hatte zuvor überraschend Wolfram Wickert, ein Delegierter aus dem Kreisverband Mitte, seine Gegenkandidatur erklärt. Die CDU brauche einen anderen Spitzenkandidaten, sagte er zur Begründung, drang bei den meisten Delegierten damit aber nicht durch.
Wegner zeigte sich nach der Stimmauszählung, für die der Parteitag unterbrochen werden musste, erleichtert: „92,6 Prozent in geheimer Abstimmung – das ist Unterstützung“, sagte Wegner. „Ich will Regierender Bürgermeister bleiben – was denn sonst!“ Das neue Abgeordnetenhaus von Berlin wird am 20. September gewählt.
An Wegner gab es auch in der CDU Kritik
Bei seiner vorigen Nominierung im November 2022 hatte Wegner noch mehr Zustimmung bekommen – damals gab es keinen Gegenkandidaten und bei der Abstimmung per Handzeichen keine Gegenstimmen und nur eine Enthaltung. 2021 war Wegner auf einem CDU-Parteitag in geheimer Abstimmung mit rund 90 Prozent zum Spitzenkandidaten gekürt worden.
In den vergangenen Monaten stand Wegner immer wieder in der Kritik, auch in den eigenen Reihen. Ihm wurde unter anderem sein Verhalten beim großen Stromausfall Anfang des Jahres vorgeworfen, als er sich am ersten Tag nicht in den betroffenen Stadtteilen blicken ließ, stattdessen zwischendurch Tennis spielen ging, das aber zunächst unerwähnt ließ.
Zuletzt hielt ihm insbesondere die Opposition vor, bei der Ernennung des Staatssekretärs für Digitalisierung kein Geschick gezeigt zu haben. Wegner hatte ihn nach nur gut zwei Monaten wieder entlassen.

In seiner Rede beim Landesparteitag, bei der die Partei auch ihr Wahlprogramm beschlossen hat, betonte Wegner (53) dagegen die Erfolge, die der schwarz-rote Senat unter seiner Führung vorzuweisen habe. „Wir sind erfolgreich gewesen. Es waren drei gute Jahre für Berlin“, sagte Wegner.

„Ich glaube, diese Wahl ist eine Schicksalswahl“, betonte er. „Es geht ums Ganze“, so der CDU-Landesvorsitzende. Er werde dafür kämpfen, dass der pragmatische Kurs weitergeführt werde. In Berlin müsse gesunder Menschenverstand statt linksgrüner Ideologie regieren.
