Merz‘ Personalkarussell

„Warum wird der jetzt Gesundheitsminister?“


Aktualisiert am 24.07.2026 – 16:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Carsten Linnemann bei der Vorstellung der Kabinettsumbildung: Bislang war er Generalsekretär der CDU, nun beerbt er Nina Warken im Gesundheitsministerium. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Carsten Linnemann wird Gesundheitsminister – dabei schloss er das noch vor einem Jahr explizit aus. Die Reaktionen auf seine Ernennung fallen gespalten aus.

Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann tritt sein neues Amt als Gesundheitsminister unter hohem Erwartungsdruck an. Medizinverbände und die Opposition im Bundestag reagieren gemischt auf die Ernennung Linnemanns für ein Ministeramt. Sein Schritt kommt zudem insofern überraschend, als sich Linnemann noch vor gut einem Jahr laut eigener Aussage explizit gar nicht vorstellen konnte, das Amt des Gesundheitsministers zu übernehmen.

Das zumindest hatte der CDU-Politiker dem Sender Phoenix am Tag der Kanzlerwahl am 6. Mai 2025 gesagt. Für viele Beobachter überraschend hatte Linnemann Mitte April 2025 bekannt gegeben, keinen Kabinettsposten bekleiden und CDU-Generalsekretär bleiben zu wollen. Zuvor war er als Minister für Arbeit und Soziales gehandelt worden, den Posten bekam jedoch SPD-Co-Chefin Bärbel Bas. Im Phoenix-Interview erklärte Linnemann dann auch, dass er das Amt gern übernommen hätte. „Aber es sollte nicht sein.“

Im Video | Merz baut sein Kabinett um – erste Personalien stehen fest

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Quelle: reuters
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Linnemann fuhr damals fort: „Dann muss man halt bei dem bleiben, was man macht.“ Ihm sei es nie darum gegangen, einfach nur Minister zu sein. „Das ist nicht mein Ding“, sagte der damalige CDU-Generalsekretär. „Ich wäre auch nicht erfolgreich gewesen“, so Linnemann. Wäre er etwa als Gesundheitsminister aufgestellt worden, wäre er „wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen“, präzisierte er. „Die Leute hätten sich gefragt: ‚Warum wird der jetzt Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun?'“ Er fühle sich „gut“ und sogar „pudelwohl“ mit der Entscheidung.

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Verbände sehen Linnemann als Minister mit nötigen Qualitäten

Medizinverbände reagierten wohlwollend auf die Ernennung des CDU-Politikers als Nachfolger von Nina Warken. Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Linnemann stehe „für die Modernisierung bestehender Strukturen“. Dieser Gestaltungswille sei auch im Gesundheitswesen nötig.

Auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband wies darauf hin, dass sich der CDU-Politiker für Strukturreformen eingesetzt habe. Verbandschefin Nicola Buhlinger-Göpfarth betonte in den Funke-Zeitungen zugleich, er habe dabei immer die Bedeutung gesehen, die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitzunehmen. „Genau diese Fähigkeiten werden für das Gelingen der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen essenziell sein.“

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