„Das nehme ich ihm richtig übel“
Campino schämt sich für Bundeskanzler Merz
Aktualisiert am 02.06.2026 – 17:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Eigentlich mischt sich Tote-Hosen-Sänger Campino kaum noch in politische Debatten ein. Doch nun macht er eine Ausnahme und knöpft sich Bundeskanzler Friedrich Merz vor.
Im Podcast „Hotel Matze“ hat der Sänger der Toten Hosen kein gutes Haar an Bundeskanzler Friedrich Merz gelassen. Im Gespräch mit Moderator Matze Hielscher sagte Campino, er habe Merz nach dessen Wahlsieg zunächst die Daumen gedrückt. Doch dann folgte die Ernüchterung: „Ich empfinde manchmal echte Scham über die Dinge, die der Merz da raushaut.“
Besonders ein Statement des Bundeskanzlers stört Campino. Merz habe den Amerikanern signalisiert: „Und wenn ihr mit Europa nichts anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner.“

Für den 63-Jährigen sei das ein klarer Verrat: „Er hat das Boot verlassen, das ist unanständig, und das nehme ich ihm richtig übel.“ Sein Urteil über Merz fällt knapp aus: „Der ist kein guter Europäer.“ Merz habe „mit manchen Dingen einfach Europa verraten gegenüber Trump, um sich die Gunst von diesem willkürlichen Chaoten zu holen“.
Generell erwarte er von der Regierung mehr Ehrlichkeit, doch stattdessen kommen Aussagen wie: „Wir erlassen euch die Steuern, sodass Tanken wieder billiger wird. Und sie reden da einen Stuss zusammen, anstatt einmal die Wahrheit zu sagen: Leute, es gibt einen verdammten Krieg, der betrifft uns alle. Wir wissen nicht, wo das enden wird, aber eines ist klar, hier tankt niemand mehr billig.“ Mehr Ehrlichkeit würde auch mehr Verständnis erzeugen, glaubt Campino.
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Neben der Kritik an Merz äußerte sich Campino auch zur Gesellschaft insgesamt. Er beobachte, dass die Stimmung aggressiver werde, obwohl es den Menschen vergleichsweise gut gehe. Auch die Streitkultur habe sie verändert. Deswegen hält er sich inzwischen weitestgehend aus Debatten heraus.
Er frage sich inzwischen: „Wann hat sich das gedreht, dass wir auf eine aggressive Art und Weise reingezogen werden in Diskussionen, an denen wir nicht teilhaben wollen?“ Schweigen werde allzu oft als Schwäche ausgelegt. Er selbst ziehe es vor, „bei diesem Geblöke nicht mitzumachen“.
