Keine Bürstner-Wohnwagen mehr

Traditionsmarke zieht sich aus Caravan-Segment zurück


Aktualisiert am 28.04.2026 – 11:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Wohnwagen von Bürstner: Die Marke bietet ab 2027 keine Caravans mehr an.

Bürstner beendet die Produktion von Wohnwagen. Der Schritt ist Teil eines größeren Umbaus und spiegelt einen Trend im Markt wider.

Bürstner stellt die Produktion von Wohnwagen ein. Ab der Saison 2027 will sich der Hersteller aus dem Caravan-Segment zurückziehen. Die Entscheidung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, die das Unternehmen bereits zuvor eingeleitet hatte.

„Unsere Entscheidung ist kein Abschied vom Caravan für immer, sondern eine bewusste Fokussierung der Marke Bürstner auf die konsequente Weiterentwicklung unseres Portfolios für Camper-Vans und Reisemobile“, erklärt Geschäftsführer Hubert Brandl. Die Zukunft von Bürstner (gehört wie mehrere andere Marken zur Hymer-Gruppe) sieht er vorwiegend im Bereich der motorisierten Fahrzeuge.

Diese Neuausrichtung hatte sich bereits abgezeichnet. Unter dem Titel „Bürstner reloaded“ stellte der Hersteller zum Caravan-Salon 2025 seine Strategie vor und ordnete das Angebot grundlegend neu. Viele bisherige Baureihen (15 Stück) wurden eingestellt, die Modellpalette wurde auf wenige Fahrzeuge reduziert. Dazu zählen ein kompakter Camper-Van im Einstiegssegment, ein rund sechs Meter langer Kastenwagen sowie ein teilintegriertes Reisemobil. Parallel dazu schrumpfte auch das Wohnwagenangebot deutlich. 2026 ist nur noch eine Baureihe im Angebot.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der sich der Caravaning-Markt neu sortiert. Der Nachfrageboom während der Corona-Pandemie ist abgeebbt, die Entwicklung verläuft seither unterschiedlich. Während Wohnwagen seit einiger Zeit rückläufige Zahlen verzeichnen, zeigt sich das Segment der Reisemobile stabiler.

Nach Angaben des Caravan-Verbands wurden 2025 europaweit rund 54.200 Wohnwagen neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von etwa elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland fiel das Minus mit 13,4 Prozent noch stärker aus, insgesamt wurden 18.766 Caravans neu zugelassen.

Demgegenüber bleibt der Markt für Reisemobile vergleichsweise konstant. Europaweit wurden 2025 rund 161.000 Fahrzeuge neu zugelassen, ein leichtes Plus von 0,6 Prozent. In Deutschland stiegen die Neuzulassungen um 0,9 Prozent auf 75.368 Einheiten. Damit bleibt das Reisemobilsegment die tragende Säule des Caravaning-Marktes.

Vor diesem Hintergrund verweist Bürstner auf veränderte Bedürfnisse und ein anderes Nutzungsverhalten der Kunden. Motorisierte Fahrzeuge gelten als flexibler, da sie ohne Zugfahrzeug auskommen und stärker auf spontane Nutzung ausgelegt sind. Wohnwagen dagegen setzen weiterhin ein entsprechendes Zugfahrzeug und mehr Planungsaufwand voraus.

Für bestehende Kunden soll sich durch den Produktionsstopp zunächst wenig ändern. Bürstner sichert zu, Ersatzteile und Serviceleistungen weiterhin anzubieten. Innerhalb der Hymer-Gruppe bleibt das Caravan-Segment zudem bestehen: Marken wie LMC, Dethleffs und Eriba decken diesen Bereich weiterhin ab.

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