Skandal um Nationalspieler immer größer
BVB-Star Adeyemi bestellte offenbar gezielt Waffen
Aktualisiert am 21.11.2025 – 16:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Wirbel um die hohe Geldstrafe für den Nationalspieler wegen illegalen Waffenbesitzes kommen neue Einzelheiten ans Tageslicht.
Karim Adeyemi steht nach einem Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes erneut im Fokus. Denn die „Bild“ berichtet: Adeyemi habe die besagten Waffen sehr wohl bewusst bestellt. Seinem Verein Borussia Dortmund und dem DFB hatte er gesagt, er habe den verbotenen Inhalt einer „Mystery Box“-Onlinebestellung nicht gekannt.
Nach neuen Recherchen des Boulevardblatts heißt es im Strafbefehl des Amtsgerichts Wetter, Adeyemi habe gewusst, dass sich in dem Paket unter anderem ein Schlagringmesser, ein Schlagring und ein Elektroimpulsgerät befinden. Offen bleibe lediglich, wer das Paket letztlich in der Postfiliale abgeholt habe.
Wörtlich heißt es im Strafbefehl: Adeyemi holte im Juli 2024 „ein von Ihnen zuvor bestelltes Paket, in welchem sich, wie Sie wussten u. a. ein Schlagringmesser, ein Schlagring und ein Elektroimpulsgerät befanden, um 18.02 Uhr in der Filiale der Deutschen Post ab, obgleich Ihnen bewusst war, dass Sie nicht zum Besitz dieser Gegenstände berechtigt waren – oder Sie ließen das vorbezeichnete Paket in Kenntnis seines Inhalts durch den Zeugen C. in der Filiale der Deutschen Post abholen und in Ihre Wohnung bringen, obgleich Ihnen bewusst war, dass Sie nicht zum Erwerb und Besitz dieser Gegenstände berechtigt waren.“
Da Adeyemi keinen Einspruch eingelegt hat und der Strafbefehl am 30. Oktober 2025 rechtskräftig wurde, gilt juristisch eine „Geständnisfiktion“. Das heißt: Er hat den Vorwürfen nicht widersprochen.
Auf Anfrage der „Bild“ erklärte Adeyemis Anwalt nun: „Wie der Name ‚Mystery Box‘ nahelegt, war zwar ersichtlich, dass sie Gegenstände wie die in der frei zugänglichen Verkaufsannonce exemplarisch gezeigten Waffen enthalten würde, nicht aber, welche konkreten (geschweige denn unerlaubten) Waffen dies sein werden. Karim Adeyemi hat seine Gesprächspartner bei BVB und DFB hierüber vollständig informiert.“
Adeyemi muss wegen illegalen Waffenbesitzes 450.000 Euro zahlen. Grundlage sind 60 Tagessätze à 7.500 Euro, berechnet nach einem geschätzten Nettoeinkommen von rund 2,7 Millionen Euro im Jahr. Eine Vorstrafe erhält er nicht, allerdings einen Eintrag im Bundeszentralregister. Die sichergestellten Waffen – Schlagringmesser, Schlagring und Elektroimpulsgerät – wurden eingezogen.
Die Ermittlungsakte umfasst laut „Bild“ fast 300 Seiten – darunter Fotos der Gegenstände, Chatverläufe, drei Zeugenaussagen und ein waffenrechtliches Gutachten. Wäre es zu einem Verfahren gekommen, wären wohl weitere Details öffentlich geworden.
