Kölner Oberbürgermeister

Suchthilfezentrum Perlengraben: Keine Übergangslösung

30.10.2026 – 03:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Torsten Burmester (Archivfoto): Kölns Oberbürgermeister (Quelle: Malte Ossowski/SVEN SIMON/imago)

Das Suchthilfezentrum am Perlengraben soll im August 2027 öffnen. Eine Übergangslösung am Neumarkt schließt Kölns OB Burmester aus – mit klarer Begründung.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester hat sich im „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu zentralen Punkten der städtischen Suchthilfe und der Drogenszene geäußert. Schwerpunkt seien das geplante Suchthilfezentrum am Perlengraben und flankierende Maßnahmen in Kalk und am Friesenplatz, sagte der SPD-Politiker.

Das Suchthilfezentrum am Perlengraben soll nach Burmesters Angaben im August 2027 öffnen. Eine Übergangslösung am Neumarkt werde es nicht geben, sagte er: Auch für ein Interim seien Genehmigungen nötig, ein nennenswerter Zeitgewinn entstehe dadurch nicht. Die Stadt investiere am Perlengraben neun Millionen Euro in den Bau und weitere zehn Millionen in den Betrieb, ohne Unterstützung von Bund oder Land.

Drogenkonsumraum in Kalk

Als kurzfristige Entlastung verweist Burmester auf den Drogenkonsumraum in Kalk, der ab dem 1. November bis zu 13 statt bisher fünf Stunden täglich geöffnet ist und weiter ausgebaut wird. Für zusätzliche Aufenthaltsräume in Kalk werde in diesen Tagen der Mietvertrag unterzeichnet, sagte er.

Für den Friesenplatz schildert Burmester eine aus seiner Sicht verbesserte Lage, nachdem dort zu Schuljahresbeginn Fünftklässler auf dem Weg zur Königin-Luise-Schule begleitet worden waren. Bei eigenen Rundgängen mit dem Ordnungsdienst morgens um 8 Uhr habe er eine Spritze gefunden. Der Ordnungsdienst habe nun Daueraufträge, den Bereich auch in Pausen und bei Schulschluss zu kontrollieren; zudem bezeichnet Burmester den Friesenplatz wegen dort ansässiger Methadonpraxen als traditionellen Treffpunkt der Drogenszene und fordert dort mehr sozialpsychiatrische Betreuung.

Burmester verlangt außerdem ein verbindliches Rückführmanagement: Drogenabhängige aus anderen Städten sollten dort versorgt werden, wo sie ihren Wohnsitz haben. Den Vergleich mit dem Zürcher Modell nehme er zur Kenntnis; ob Köln weitere Zentren brauche, hänge von Zahlen ab, die fortlaufend ausgewertet würden.

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