Nur 20 Kilometer von Belarus entfernt

Bundeswehr-Brigade probt erstmals den Ernstfall

11.06.2026 – 08:34 UhrLesedauer: 3 Min.

Soldaten der Bundeswehr nehmen an der Großübung „Freedom Shield 2026″ der neuen Panzerbrigade 45 teil: Es ist die erste Gefechtsübung der Einheit. (Archivbild) (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Weniger als 20 Kilometer von Belarus entfernt simuliert die Bundeswehr den Ernstfall. Bei „Freedom Shield 2026“ fließen auch Erkenntnisse aus dem Ukraine-Krieg direkt in die Übung ein.

Kampfpanzer mit Schutznetzen, Drohnenüberflüge, elektronische Störmaßnahmen: Die für den Einsatz an der Nato-Ostflanke bestimmte Panzerbrigade 45 setzt in Litauen bei ihrer ersten Gefechtsübung bei „Freedom Shield 2026“ Lehren um, die aus dem Ukraine-Krieg gezogen wurden und die für künftige Kriege relevant sein könnten.

Dazu gelte es, einen veränderten Fähigkeitsmix zu üben, sagte Brigadegeneral Christoph Huber, der sich auf dem Truppenübungsplatz Pabrade – weniger als 20 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt – zwischen Panzern und den zum Angriff stürmenden Panzergrenadieren seines Verbandes bewegt.

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Geübt werde das Gefecht der Panzertruppen in Verbindung mit den neuen Fähigkeiten: Drohnen, Drohnenabwehr und Maßnahmen der elektronischen Kampfführung. Es gehe dabei auch darum, über der eigenen Truppe einen Schutzschirm aus Störmaßnahmen und Abwehrfeuer zu errichten und den Schutzschirm des Gegners möglichst zu zerschlagen.

Übung „Freedom Shield 2026“ begann am Mittwoch

Huber sieht in der Übung einen wesentlichen Schritt zur Kriegstüchtigkeit. „Dabei lernen wir natürlich von dem, was wir sehen in der Ukraine“, sagte er. Es gehe darum, sich auf mögliche Gefechtsszenarien der Zukunft vorzubereiten, „nicht auf den Krieg der Vergangenheit“.

Im Video | Deutsche Panzerbrigade übt erstmals in Litauen

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Quelle: dpa

Mit der Aufstellung der Brigade reagiert Deutschland und die Nato auf die wachsende Bedrohung durch Russland. Bis 2027 soll der Verband mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein. Litauen grenzt an Russlands Verbündeten Belarus und an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad.

Die Hauptphase der Übung begann am Mittwoch. Kampfpanzer stehen in Position oder fahren mit laut rasselnden Ketten auf den Pisten. Schützenpanzer graben sich durch den Sand hin zu Positionen, wo Panzergrenadiere aus dem hinteren Kampfraum der Fahrzeuge über eine Rampe rausspringen und den Feuerkampf aufnehmen. Sie müssen Sperren räumen und gegnerische Soldaten in Gräben bekämpfen.

Dabei wird mit Übungsmunition geschossen. Das Lasersystem AGDUS – ein Übungs- und Simulatornetzwerk – registriert Treffer an Fahrzeugen bis hin zum einzelnen Schützen. Die Schiedsrichter der Übung haben so ein recht genaues Bild vom Kampfgeschehen.

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