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Bundeswehr prüft Nutzung von Goebbels-Areal bei Berlin

wochentlich.deBy wochentlich.de27 April 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Bundeswehr prüft Nutzung von Goebbels-Areal bei Berlin
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Mehrere Interessenten

Nach Jahren des Verfalls: Wer will die Goebbels-Villa am Bogensee?

27.04.2026 – 03:12 UhrLesedauer: 2 Min.

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Villa Waldhof am Bogensee (Archivbild): Hier residierte unter anderem Reichspropagandaminister Josef Goebbels. (Quelle: IMAGO/Jaromir Mrhal)

Für das seit Jahren leerstehende Bogensee-Areal bei Wandlitz gibt es neue Interessenten. Auch die Bundeswehr hat das Gelände bereits besichtigt.

Das seit Jahren leerstehende Bogensee-Areal bei Wandlitz im Landkreis Barnim zieht offenbar neue Interessenten an; darunter die Bundeswehr. Das geht aus der Antwort der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen auf eine schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto vom April 2026 hervor. „Es finden regelmäßig Gespräche mit Interessenten statt; auch die Bundeswehr hat das Areal besichtigt“, heißt es in dem Dokument.

Das Gelände, ehemals genutzt von NS-Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, gehört dem Land Berlin. Es steht unter dem Denkmalschutz des Landes Brandenburg. Neben einer möglichen Nutzung durch die Bundeswehr werden laut Anfragebeantwortung auch ein Universitätscampus, ein Kongresszentrum und eine Wohnnutzung als mögliche Optionen genannt.

Derzeit ist das Areal der Gemeinde Wandlitz bis zum 31. Dezember 2027 zur Nutzung überlassen. Die Gemeinde hatte über das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ Bundesfördermittel in Höhe von 560.000 Euro für die Realisierung einer Perspektivstudie erhalten. Laut Senatsverwaltung werde die Gemeinde durch die Vereinbarung „in die Lage versetzt, maßgeblich an potentiellen Bebauungs- oder Planänderungsverfahren mitzuwirken“. Zwischen Berlin und Wandlitz fänden“regelmäßig Abstimmungen zu einzelnen Prozessschritten“ statt. Gespräche mit dem Bund, dem Land Brandenburg oder dem Landkreis Barnim werden in der Antwort nicht erwähnt.

Die Kostenbilanz der vergangenen 15 Jahre ist erheblich: Laut den in der Anfragebeantwortung aufgelisteten Zahlen wendete das Land Berlin seit 2011 insgesamt mehr als 3,2 Millionen Euro für den Unterhalt des Areals auf. Der niedrigste Jahreswert lag 2011 bei rund 187.000 Euro, der höchste 2022 bei über 327.000 Euro. Für 2024 weist die Tabelle Kosten von rund 222.000 Euro aus. Durchgeführte Maßnahmen umfassten laut Dokument unter anderem Reparaturen an Dächern und Entwässerungen, die Beseitigung von Einbruchsspuren, die Sicherung von Türen und Fenstern nach Vandalismus sowie Baumfällungen und Freischnitt von Verkehrsflächen.

Eine vollständige Umzäunung des Geländes wurde bislang nicht realisiert. Die Senatsverwaltung begründet dies mit „dauerhaft sehr hohen, schwer kalkulierbaren finanziellen und personellen Aufwänden“. Im Rahmen erster Überlegungen zur Geländesicherung sei eine Einzäunung ausgewählter Gebäude – des Lektionsgebäudes, des Hauses Bogensee und der Villa Bogensee – betrachtet worden. Für diese Bereiche gehe man derzeit von Kosten in Höhe von 37.000 Euro aus. Die Gemeinde Wandlitz prüfe, ob eine Einzäunung des Lektionsgebäudes aus eigenen Mitteln realisierbar sei.

Im Januar 2026 kam es auf dem Gelände zu einem Brand, der Teile des Hauptgebäudes beschädigte. Laut Anfragebeantwortung konnte das Landeskriminalamt die Brandursache noch nicht abschließend klären. Eine Schadenserhebung liege ebenfalls noch nicht vor. Weitere Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sowie die Prüfung eines möglichen Wiederaufbaus des betroffenen Saaltraktes seien erst nach der Freigabe durch das LKA möglich.

Unter Denkmalschutz stehen dem Dokument zufolge das Landhaus Bogensee einschließlich Gästehaus und Wirtschaftsgebäude sowie die Erweiterungsbauten der ehemaligen Jugendhochschule Bogensee aus den 1950er Jahren mit Lektionsgebäude, Hörerwohnhäusern und Kulturhaus – ebenso wie die innerhalb dieses Komplexes gelegenen Frei- und Grünflächen.

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