Krieg der Zukunft

Pistorius lässt Drohneneinheit aufstellen

Aktualisiert am 01.10.2026 – 17:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Bundeswehrsoldat lässt eine Aufklärungsdrohne vom Typ „Parrot“ abheben: Das neue Drohnenregiment soll bis zu 600 Frauen und Männer umfassen. (Quelle: Kay Nietfeld)

Drohnen gelten als Kampfmittel der Zukunft. Nun soll auch die Bundeswehr einen Spezialverband für unbemannte Waffensysteme erhalten.

Für den Kampf mit unbemannten Systemen stellt die Bundeswehr ein eigenes Drohnenregiment auf. Der Verband werde aus bis zu 600 Männern und Frauen bestehen und Reichweiten bis zu 500 Kilometer abdecken, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Bergen.

„Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen“, sagte der SPD-Politiker. Daraus ziehe die Bundeswehr ihre Schlüsse: „Wir werden im Laufe des Jahres ’27 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr aufbauen. Ein selbstständiger Verband für unmanned systems.“

Auch neue Kamikazedrohnen werden bald eingesetzt

Der neue Verband habe den Auftrag, „Fähigkeiten zu bündeln, das Tempo aufzunehmen“. Es gehe nicht nur um fliegende Systeme, sondern auch um unbemannte Landsysteme. „Das Regiment wird dabei Reichweiten abdecken von der Nächstdistanz bis zu 500 Kilometern, und entscheidend ist, das Regiment soll über eine eigene Kompanie zum elektromagnetischen Kampf verfügen“, sagte Pistorius.

  • Ukraine-Krieg: Selenskyjs F-16-Jets haben ein belgisches Problem
  • Fregatten-Streit eskaliert: Werft fordert 4,7 Milliarden Euro vom Bund

Das Drohnenregiment soll auch mit den neuen Kamikazedrohnen („Loitering Munition“) ausgerüstet sein, die in der Bundeswehr gerade Erprobungen durchlaufen und die im kommenden Jahr in der Truppe ankommen sollen.

Der neue Verband für unbemannte Systeme soll dem Vernehmen nach Teil der 10. Panzerdivision werden, zu der auch die zum Schutz der Nato-Ostflanke in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 gehört.

Generalleutnant Christian Freuding, Inspekteur des Heeres: Das Zusammenspiel von Panzertruppen und Einheiten, die Drohnen steuern, habe „höchste Bedeutung“. (Quelle: Sean Gallup/getty-images-bilder)

Die Bundeswehr führt seit einiger Zeit Drohnen in die Truppe ein, auch eine Lehre aus dem Verlauf des Kriegs in der Ukraine. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, hatte im Juni beim Besuch der Militärübung „Freedom Shield 2026“ in Litauen angekündigt, er wolle schnell mehr Drohnen und unbemannte Waffensysteme einsetzen.

Heer testet auf dem Truppenübungsplatz mögliche neue Systeme

Für die Landstreitkräfte der Bundeswehr habe das Zusammenspiel von Panzertruppen und Einheiten, die Drohnen steuern, „höchste Bedeutung“, sagte er unweit der Nato-Ostflanke. Geübt wurde dabei das Gefecht der Panzertruppen in Verbindung mit den neuen Fähigkeiten: Drohnen, Drohnenabwehr und Maßnahmen der elektronischen Kampfführung.

Dem Inspekteur wurden dabei Gefechtsstände und Konzeptionen für den Drohneneinsatz vorgestellt. Freuding war zuvor im Verteidigungsministerium Koordinator der militärischen Unterstützung für die Ukraine und hat das von Russland angegriffene Land wiederholt besucht.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version