Im Video | „Für Klopp könnte es schnell ungemütlich werden“
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„Kein Problem“: Klopp ist bereit, den Sündenbock zu spielen
Dass die Gäste aus wenig viel machten, während Deutschland sich in der Offensive wiederholt verzettelte, stieß im Verbund mit dem Endergebnis wiederum einigen Fans im Stadion sauer auf. Als die Mannschaft sich vor der Kurve mit Applaus verabschiedete, setzte es von den Rängen vereinzelt Pfiffe. Die Reaktion der Anhänger bezeichnet Klopp im Nachgang als „in Ordnung“. Dennoch führte er seine Spieler nach kurzer Zeit vom Feld.
Die Mannschaft habe ein „bisschen bedröppelt“ dagestanden, erklärte der Bundestrainer die Situation. Dafür hätte es aber keinen Grund gegeben. „Wir haben es jetzt nicht gut genug gemacht, aber alles versucht. Und dann ist es nicht so, dass man sich jetzt da zig Minuten lang entschuldigen muss und so einen Eindruck erwecken muss, als hätten wir das heute absichtlich gemacht“, erläuterte er.

Mit Blick auf die Entwicklung der Mannschaft bot Klopp an, im Zweifelsfall selbst als Sündenbock herhalten zu können. „Ich stelle mich alleine hin. Sie können mich auspfeifen, das ist kein Problem“, sagte der DFB-Coach und stellte sich damit schützend vor seine Spieler. Es sollte an diesem Abend nicht das letzte Mal bleiben, dass Klopp sein noch junges Team verteidigte.
Bundestrainer wird handzahmer und bittet um Zeit
Bereits wenige Minuten später brach er für die DFB-Profis eine Lanze. Auf dem Weg zum Erfolg wäre es ihm „persönlich recht, wenn wir die Spieler nicht so abschließend beurteilen“, sagte Klopp und wiederholte sein Angebot, die Kritik alleine zu schultern. „Das meine ich ernst“, sagte er dieses Mal vor allem auch an die Medien gerichtet. „Ich habe damals ja nicht gesagt, ihr dürft mich nicht kritisieren, nur meine Familie nicht.“
Bei seiner Antrittspressekonferenz im Juli hatte Klopp der Presse eingebläut, das Amt als Bundestrainer umgehend niederlegen zu wollen, sollte seine Familie Teil der negativen Berichterstattung rund um seine Arbeit werden. Nun gab er sich im Umgang mit den Medienvertretern deutlich handzahmer, wohl in der Hoffnung, dass sich kritische Worte in Zukunft tatsächlich vornehmlich an ihn und nicht an seine Spieler richten.